Was das Wetter in Star Wars bedeutet

Ein sonniger Tag kann vieles ausdrücken…

Studying Skywalkers ist eine exklusive Kolumne, in der wir die Charaktere, Motive und Lektionen von Star Wars aus der literarischen und erzieherischen Perspektive betrachten. In diesem Artikel beleuchten wir, was es mit dem Wetter in der Saga auf sich hat.

Zu den beliebtesten Funktionen der Star Wars App gehört die Wetter-Option. Beim Klick auf diese Option gelangt man unverzüglich in die Welt von Star Wars, in der die Story des eigenen Tages erzählt wird. Das Wetter beeinflusst die Laune und hilft dabei, die eigenen Emotionen zu steuern. Dieses tolle Tool hat auch einen echten geschichtlichen Hintergrund.

Von William Shakespeare über Edgar Allen Poe zu Mark Twain diente das Wetter schon immer als literarisches Werkzeug, um an entscheidenden Handlungspunkten das Verständnis für Figuren und Ereignisse zu fördern. Der Blick auf das Wetter verrät dem Leser oft viel über die Seelenkonflikte der Helden oder Bösewichte.

Etwa die folgenden Zeilen aus der ersten Szene des dritten Akts von Romeo und Julia, die sofort eine Atmosphäre böser Vorahnungen hervorruft, als Romeos Cousin Benvolio erklärt: „Ich bitt’ dich, Freund, lass uns nach Hause gehn! / Der Tag ist heiß, die Capulets sind draußen / Und treffen wir, so gibt es sicher Zank: / Denn bei der Hitze tobt das tolle Blut.“ Was Benvolio eigentlich zu Mercurio sagen möchte, ist „Hey Kumpel, lass’ uns abhauen. Es ist heiß und wir sind wahrscheinlich etwas reizbar aufgrund des Wetters.”

Man darf das Wetter nicht außer Acht lassen. Poe benutzte es oft, um den Fall des Hauses Usher zu repräsentieren und Twain setzte es ein, um Huckleberry Finns Einsamkeit und Melancholie in Die Abenteuer des Huckleberry Finn zu verdeutlichen. Auch bei Star Wars dient das Wetter dem tieferen Einblick. Lasst uns zusammen ein paar exemplarische Szenen dafür beleuchten.

Die Wüste von Tatooine

Tatooine 

Der erste Planet, auf den unser Bick im Rahmen von Star Wars fällt, ist natürlich Tatooine. Dieser Ort ist ein Paradebeispiel für unsere Analyse, denn die Wüstenlandschaft spiegelt Luke Skywalkers Trostlosigkeit wider. Er fühlt sich isoliert, einsam und hoffnungslos, dass das Leben um ihn herum jemals erblühen wird. Die Hitze ist ebenso erdrückend, wie der gefühlte Druck durch seinen Onkel Owen.

Das Imperium greift auf Hoth an

Hoth 

Im Gegenzug dazu pfeift auf dem ersten Planeten, der in Star Wars: Das Imperium schlägt zurück zu sehen ist, der frostige Wind über die schnee- und eisbedeckte Landschaft. Hier wenden wir unsere Aufmerksamkeit der aufkeimenden Rebellion zu – die Rebellen suchen ein warmes Plätzchen und etwas Sicherheit in der Galaxis. Stattdessen bietet der Eisplanet nur Trostlosigkeit und Gefahr. Viele Dinge auf diesem Planeten – wie etwa die Wampas – sind gefährlich, und auch das Wetter bringt ohne Schutz den Tod. Das Wetter wendet sich sprichwörtlich gegen die Rebellen, so wie sich die Galaxis nach der Machtergreifung des Imperiums gegen die Jedi gewandt hatte. Eis ist ja nichts als gefrorenes Wasser, das wiederum für Veränderung steht: die Zuschauer wissen, dass sich für die Allianz nichts ändern wird, so lange sie nicht das eisige Herz des Imperiums erwärmen – versinnbildlicht hier durch Hoth.

Der Sumpf von Dagobah
Dagobah 

Dagobah ist für die Zuschauer eine Art Mysterium. Hier befiehlt Obi-Wans Geist Luke, auf die Suche nach Meister Yoda zu gehen. Nach seiner Ankunft entdeckt Luke, dass der Planet neblig, trübe und regenverhangen ist. Eine direkte Analogie zu den Vorgängen im Kopf des zukünftigen Jedi. Der Nebel steht für Lukes Verwirrung. Die vorliegende Metapher spricht Bände, denn wir vertrauen paradoxerweise Yoda, obwohl wir Lukes Irritation gut nachvollziehen können.

Mustafars infernalische Oberfläche

Mustafar

Tatooine ist heiß, Mustafar aber praktisch unbewohnbar. Der winzige Planet im Outer Rim ist überzogen von Lavagruben und Feuerseen, die den Tod bringen, wenn man schlecht navigiert. Bisweilen scheint es, als würde Feuer herabregnen, eine faszinierende Interpretation der Metapher von Wasser und Taufe. Auf diesem Planeten ereignet sich die entscheidende Schlacht zwischen Obi-Wan Kenobi und Anakin Skywalker. Die herabstürzenden Feuermassen erinnern uns an die Umbrüche, die sich nicht nur zwischen den beiden Freunden ereignen, und stehen zudem für die Anwesenheit der Sith, die das natürliche Weltengefüge aus dem Gleichgewicht gebracht hat.

Natürlich gibt es viele weitere Beispiele dafür, wie das Wetter die Stimmungen, Atmosphären und Konflikte zwischen Helden und Bösewichten in der Star Wars Saga repräsentiert. Wie mit einem Fehlschuss auf die Ventilationsöffnung des Todessterns, haben wir damit nur an der Oberfläche dessen gekratzt, auf welche Weise das Wetter dem Publikum entscheidende Momente vermittelt. Welche Beispiele fallen euch noch ein und auf welche Weise drücken sie die Bedeutung des Geschehens aus? Schreibt einen Kommentar und lasst es uns wissen!

Dan Zehr ist Englischlehrer an der High School mit einem Master-Titel in Lehr- und Lerninhalten und betreibt mit seinem Co-Host Cory Clubb die Seite Coffee With Kenobi. In seinem Star Wars Podcast analysiert er die Saga durch kritisches Denken, Analysen, Interviews und Diskussionen. Unter dem Pseudonym Blue Leader ist er zudem Mitglied von The Rogues, einem Lehrernetzwerk, das Star Wars Inhalte für den Unterricht aufbereitet.

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