Warum Leia so toll ist

Für diesen Artikel schlug unser Blog-Redakteur Matt Martin vor, ich solle doch über die Gründe schreiben, warum mich Prinzessin Leia so inspiriert. Viele von euch wissen, dass man mich nicht zweimal darum bitten muss – ich könnte jede Woche einen Artikel über sie schreiben! Das mache ich natürlich nicht, versprochen. Aber heute muss es sein!

Prinzessin Leia gilt völlig zu Recht als gutes Rollen-Vorbild. Trotzdem finde ich, dass einige ihrer wirklich heldenhaften Aktionen aus der Originaltrilogie noch nicht genug gewürdigt wurden. Unterhält man sich mit anderen Leuten, fällt das Gespräch grundsätzlich auf zwei Punkte: ihre Schlagfertigkeit und der Metallbikini. Klar gefallen mir diese beiden Dinge auch, aber es steckt so viel mehr in ihr! Es existieren eine Reihe herausragender, vielleicht unterschätzter Momente in den Filmen, in denen sich Leia als einzigartige Heldin erweist. Schließlich wurde sie nicht ohne Grund für alle heranwachsenden Mädchen meiner Generation zu einem Symbol der Ermutigung und des Antriebs – und das lag nicht an ihren Klamotten! (Ok, teilweise zumindest an ihrer Frisur.)

Deshalb schreibe ich nun anstatt über ihre allgemeine Symbolkraft über spezielle Szenen, in denen ihre bewundernswerten Fähigkeiten besonders zum Tragen kommen.

Ihr Stärke wird in Star Wars: Eine neue Hoffnung deutlich, als sie von einem Sith-Lord gefoltert wird, der ihr den Standort der Rebellenbasis abzupressen versucht – und nichts verrät. Selbst Vader muss die Hartnäckigkeit ihres Widerstands anerkennen. Anschließend schleppt man sie vor den Großmoff Wilhuff Tarkin und droht ihr mit der Zerstörung ihres gesamten Heimatplaneten, sollte sie sich weiter weigern, das Versteck des geheimen Rebellenstützpunkts zu verraten: und sie steht da, vor ihr dieser gnadenlose Mensch, hinter ihr der Folterknecht, der noch immer ihre Schulter festhält, und lügt. Sie lügt einfach! In diesem Augenblick beweist sie eine unglaublich stählerne Willenskraft. Habe ich schon erwähnt, dass sie zu diesem Zeitpunkt erst 19 war? Jetzt überlegt mal, was ihr mit 19 so erreicht habt. Ich für meinen Teil habe am College Unmengen an Kaffee in mich reingeschüttet.

Einen Beweis für ihr Mitgefühl liefert sie nach der Flucht unserer Helden vom Todesstern. Sie nimmt sich die Zeit, um Luke – den sie ja gerade erst kennengelernt hat! – wegen des Todes von Obi-Wan Kenobi zu trösten. Genau, sie tröstet einen Kerl, den sie kaum kennt, wegen des Todes eines anderen Mannes, den dieser auch kaum kannte, kurz nachdem man ihren Planeten zerstört hat (und sie gerade noch den Fängen ihrer Folterer und der Todesstrafe entronnen ist. Ich sag‘s ja bloß…). Sie hat tatsächlich eine große Klappe – aber ihr Herz sitzt zweifelsohne am rechten Fleck.

In Star Wars: Das Imperium schlägt zurück wird ihre Loyalität während der Schlacht von Hoth deutlich. Obwohl ihnen die Echo-Basis quasi um die Ohren fliegt und die Imperialen Truppen vor der Türe stehen, ist Leia noch immer in der Kommandozentrale, um die Kämpfer zu koordinieren – während sie herunterstürzenden Eisklumpen ausweichen muss. Sie steht an der Front, genau wie alle anderen. Und selbst als Han sie endlich wegzerren kann (und ich liebe die Tatsache, dass er genau weiß, wo sie zu finden ist), hält sie inne, um der Person, mit der sie gerade arbeitet, ebenfalls die Flucht zu befehlen. Sie würde niemals etwas von anderen erwarten, was sie selbst nicht zu leisten gewillt ist.

Welchen Löwenmut diese Frau besitzt, wird in Star Wars: Die Rückkehr der Jedi-Ritter klar. In dieser Szene sieht man nicht einmal ihr Gesicht, weswegen ihre Kaltblütigkeit in diesem Moment vielleicht auch nicht so auffällt. Die kleine Prinzessin Leia, mit nassen Klamotten vielleicht gerade mal 50 kg schwer, schlendert in Jabbas Palast, in der einen Hand Chewies Ketten und in der anderen einen Thermaldetonator. Und sie steht einfach da, umgeben vom üblen, bösartigen Abschaum der Galaxis, und droht damit, die ganze Chose in die Luft fliegen zu lassen. Schwitzt sie unter ihrem Boushh-Helm? Wir werden es nie erfahren. Aber sie strahlt solch eine gefasste Coolness aus, dass sich selbst Jabba widerstrebend beeindruckt zeigt.

Grips hat sie auch noch, und zeigt ihn in einer Mini-Szene von Star Wars: Die Rückkehr der Jedi-Ritter, die ich absolut liebe. Als die Ewoks ihren Angriff auf den Endor-Mond starten, ist Leia inmitten all des ausbrechenden Chaos‘ die einzige, die daran denkt, den Typen auf dem AT-AT unschädlich zu machen, damit man ihn nicht mehr gegen sie einsetzen kann. Und das auch noch mit einem einzigen Schuss – eh klar. Diese Lady fackelt nicht lange, Jungs. (natürlich wird dieses Talent auch in der Szene deutlich, in denen sie die Sturmtruppler wegballert, die sie und Han vor dem Bunker eingekreist haben. Trotzdem gefallen mir die weniger offensichtlichen Szenen besser.)

Natürlich gibt es noch zahllose andere Beispiele für Leias tolle Persönlichkeit. Doch das ist eine Auswahl meiner Lieblingsszenen, die meiner Meinung nach nicht genug geschätzt werden. Welche Aktionen von Leia gefallen euch am besten? Erzählt es in den Kommentaren!

Jennifer Heddle ist die leitende Redakteurin von Lucas Books.

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