SWCO 2017: 11 Highlights aus dem mächtigen „40 Jahre Star Wars“-Forum

Hier findest du den kompletten Artikel und Fotos von dem Wiedersehen zum historischen Auftakt der Celebration Orlando.

Star Wars-Stars und -Künstler aus der gesamten Geschichte der Saga sind zur „40 Jahre Star Wars“-Feier zusammengekommen – und sorgten für einen emotionalen, lustigen, herzlichen und starken heutigen Auftakt der Celebration Orlando. Dabei gab es jede Menge Überraschungen: George Lucas erschien unangekündigt, wurde unter tosendem Beifall von der Lucasfilm-Präsidentin Kathleen Kennedy vorgestellt und blieb die gesamte Veranstaltung über auf der Bühne. Harrison Ford erschien ebenfalls unangekündigt und wurde bei seinem ersten Erscheinen auf einer Celebration mit stehenden Ovationen empfangen. Billie Lourd, Carrie Fishers Tochter, präsentierte eine liebevolle Hommage an ihre Mutter, indem sie unter anderem den „Du bist meine einzige Hoffnung”-Monolog aus Eine neue Hoffnung komplett vortrug. Zum Abschluss der Feierlichkeiten traten John Williams und das Orlando Philharmonic Orchestra auf der rechten Bühne auf und spielten zur Erinnerung an Carrie Fisher die „Prinzessin Leia Melodie”, gefolgt von weiteren Star Wars-Klassikern.

Moderiert von Warwick Davis wurde das Forum mit einer Video-Rückschau auf Star Wars eröffnet, die Interviews mit Fans aus dem Jahr 1977 bis hin zu Referenzen aus den Simpsons bot und in der noch mehr Star Wars-Legenden auftraten: Dave Filoni, Ian McDiarmid und Hayden Christensen (erstmalig seit 2002 wieder bei einer Celebration dabei) gemeinsam sowie Billy Dee Williams, Peter Mayhew, Anthony Daniels und Mark Hamill neben Kennedy, Lucas und Ford. Alle schwelgten in Erinnerungen, erzählten Anekdoten, erinnerten sich an nicht anwesende Freunde und feierten Star Wars. Hier sind die Highlights.

1. Kathleen Kennedy bedankt sich bei den Fans und stellt den Schöpfer vor. Kennedy war der erste Gast, der von Warwick Davis vorgestellt wurde und nahm sich einen Moment lang Zeit, über die weit, weit entfernte Galaxie, ihre Zeit bei Lucasfilm und die Bedeutung der Fans für alle, die an Star Wars mitarbeiten, zu sprechen. „Ihr könnt es bestimmt wie ich kaum glauben, dass inzwischen 40 Jahre vergangen sind”, sagte sie. “Was ich erlebt habe, hat meine wildesten Träume übertroffen … Eure Leidenschaft, eure Hingabe und eure Liebe zu Star Wars – ihr wisst ja gar nicht, wie uns das jeden Tag motiviert.” Dann war es an der Zeit, den Mann vorzustellen, der sich alles ausgedacht hatte. „Es ist mir eine große Ehre, den Mann würdigen zu dürfen, dessen kollektives Genie uns heute alle zusammengeführt hat.” Das Publikum erhob sich und begrüßte den Star Wars-Schöpfer mit tosenden Ovationen und „Lucas, Lucas”-Chören! Ein großer Moment für alle Fans.

2. George Lucas erzählt von den Ursprüngen von Star Wars. Davis fragte ihn, ob es einen bestimmten Moment gab, in dem ihm die Idee zu Star Wars kam. Wie Lucas erklärte, war es nicht ganz so leicht. „Es gab da einen solchen Moment, aber es war nur eine Idee”, sagte er. „Die Idee war, dass ich gerne einen Actionfilm drehen würde, der zu einer Nachmittagsvorstellung passen würde … aber mit mythologischen Motiven.” Lucas erzählte auch, wie schwer es war, Star Wars an den Mann zu bringen. THX 1138 war kein Hit gewesen und dem Studio gefiel sein damals noch unveröffentlichter Film “American Graffiti” nicht. Doch bei einer Frühvorführung fand Aland Ladd von 20th Century Fox großes Gefallen an American Graffiti und wollte Lucas’ nächsten Film, unabhängig davon, wovon er handelte. Das war Star Wars.

Lucas berichtete auch, was er damals mit Star Wars vorhatte. „Es ist ein Film für Zwölfjährige”, sagte er. Er geht darum: „Dafür stehen wir. Du stehst kurz davor, die echte Welt zu betreten. „Die Themen des Films konzentrierte er auf das, worauf man achten sollte: Freundschaft, Ehrlichkeit, Vertrauen. „Diese Dinge sollte er. Und das Größte ist es, wenn ich seine Fans sehe.”

3. Ein Brief des jungen Warwick Davis’ an George Lucas. Davis erhielt mit nur 11 Jahren die Rolle des Ewoks Wicket – etwas, wovon damals so ziemlich jeder Elfjährige träumte – und las dem Publikum einen Brief vor, den er Lucas nach der Produktion von Die Rückkehr der Jedi-Ritter geschrieben hatte. Er lautete: „Ich heiße Warwick.” „Ich hoffe, Sie können sich noch an mich erinnern. Ich habe letztes Jahr dabei geholfen, den neuen Star Wars-Film zu drehen.” Worum es in dem Brief eigentlich ging? Natürlich darum, um Spielfiguren zu bitten, vor allem um einen Ewok und Jabba den Hutten. Der Brief wurde auf der großen Leinwand gezeigt und im nächsten Bild war der kleine Davis zu sehen, wie er stolz seine Star Wars-Figuren in die Kamera hält.

4. Dave Filoni beschreibt die wichtigste Lektion, die er von Lucas gelernt hat. Als Lucas sich dazu entschied, Star Wars in Form von Star Wars: The Clone Wars als Animationsserie ins Fernsehen zu bringen, wurde Dave Filoni als Leitender Regisseur angeheuert und beaufsichtigte die Serie. Über die gesamte Laufzeit hinweg arbeitete er eng mit Lucas zusammen und war so eine Art Padawan des Jedi-Meisters Lucas. „Ich hatte großes Glück”, sagte Filoni. „Ich würde sagen, die wichtigste Lektion, die ich von ihm lernte, war das ‘Hab keine Angst’, das er immer wiederholte.” Sonst wäre er leicht von der Arbeit von Star Wars überwältigt worden und hätte Angst gehabt, etwas kaputt zu machen, so Filoni. Doch Lucas ermutigte neue Ideen und Experimente. The Clone Wars wurde mithilfe eines neuen Programms hergestellt, erzählte neue Geschichten und führte neue Charaktere ein. „Lass deine Entscheidungen nicht von Angst beeinflussen”, wiederholte Filoni.

Das Fernsehen war ein dankbares Medium für Lucas, da es viele Möglichkeiten bot. „Es bietet viel Raum für Experimente, weil dort nicht so viel auf dem Spiel steht”, so Lucas. Man kann viele Geschichten erzählen, ohne das finanzielle Risiko eines Kinofilms einzugehen und die Geschichten von The Clone Wars waren in ihrer „Langform” interessanter. „Wir haben viel Arbeit investiert und ich glaube, wir haben es geschafft, eine hochwertige Fernsehserie zu produzieren”, so Lucas. „Wir konnten tolle Charaktere, wie Ahsoka, einführen, was wir sonst nie geschafft hätten.”

5. Liam Neeson schickt eine Videobotschaft vom … Jar Jar Binks-Set? Als weitere Überraschung schickte Liam Neeson einen Gruß an die Fans. „Es war mir eine große Ehre, in Die dunkle Bedrohung Qui-Gon Jinn spielen zu dürfen”, sagte er und fügte dann scherzhaft hinzu, dass er gerade am Dreh für einen Film … über Jar Jar sei. „Spoiler: er ist zur dunklen Seite übergelaufen.”

6. Sith-Meister und Schüler wiedervereint. Ian McDiarmid und Hayden Christensen betraten gemeinsam unter lauten Ovationen die Bühne. (Das Christensen zur Celebration kommen wollte, wurde von den Fans online begeistert begrüßt.) Von all seinen bösen Momenten bezeichnete McDiarmid die Opernszene, in der Palpatine in Die Rache der Sith das erste Mal versucht, Anakin auf seine Seite zu ziehen, als seine Lieblingsszene. „[Lucas] Lucas hatte eigentlich eine andere Kulisse für diese Szene vorgesehen … sagte dann aber, ‘Ich glaube, wir sollten sie zur Abwechslung mal woanders spielen lassen.'” So kam es zu der Opernszene, bei der die Schauspieler anders miteinander interagieren mussten. „Hayden und ich konnten uns einmal richtig zusammensetzen und, zumindest aus meiner Sicht, eine richtig böse Unterhaltung führen.”

Christensen erinnerte sich an ein Problem, dass er beim Dreh der Lichtschwert-Duelle für die Prequels hatte. „Ich hatte mir seit frühester Kindheit angewöhnt, dabei immer das Geräusch [des Lichtschwerts] zu machen … und das war verdammt schwer wieder abzulegen”, sagte er. „George kam zu mir uns sagte: ‘Das sieht echt toll aus, aber ich kann deine Mundbewegungen sehen. Du brauchst das nicht zu machen – den Ton legen wir erst später drüber.'”

McDiarmid sah sich ein paar Proben für Christensens Duell gegen Ewan McGregors Obi-Wan in Die Rache der Sith an und war stets beeindruckt. „Ich habe immer gesagt, dass sie mit ihren Schwertern auf die Straße gehen sollten, um zeigen, was für grandiose Kämpfer sie seien.”

7. Mace Windu schlägt zurück. Auch Samuel L. Jackson schickte Videogrüße und hatte viel über den Jedi mit dem lila Lichtschwert zu erzählen, den er gespielt hatte … und gerne wieder spielen würde. „Es war eine große Ehre und ein Privileg, Teil der Star Wars-Community sein zu dürfen”, sagte er. „Wir alle wissen, dass Jedi aus unfassbaren Höhen stürzen können und das überleben … ich bin nicht tot!” Er ermutigte die Fans mit an Bord zu kommen. „Mace Windu wartet auf seine Rückkehr, lasst uns dafür sorgen, dass sein Wunsch in Erfüllung geht”, fuhr er fort. „Bis bald auf der Leinwand, hoffe ich.”

8. Wie C-3PO, Chewbacca und Lando Calrissian entstanden. Anthony Daniels, Peter Mayhew und Billy Dee Williams erschienen gemeinsam zur Gesprächsrunde und blickten auf die Anfänge ihrer Charakter mit Lucas zurück. Zu 3PO sagte Lucas damals zu Daniels: „Der Schlüssel zu deiner Erschaffung war das Gesicht. Das Gesicht musste absolut neutral aussehen, damit dein Spiel dein Gesicht konterkarieren kann.” Er merkte an, dass die Figur richtig lebendig wurde, wenn Daniels das Kostüm anhatte. Ironischerweise wurde für 3PO das Gesicht ausgewählt, das Daniels am wenigsten leiden konnte.

Mayhew sagte über den Läufer auf zwei Beinen, den er zum Leben erweckte: „In mir steckt viel von Chewie. Ich habe ihn immer als pantomimische Figur betrachtet … ich glaube, das hat sehr gut funktioniert.” Und über Carrie Fisher sagte er: „Sie war eine großartige Rebellin, aber auch eine bezaubernde Prinzessin.”

Lucas bestätigte, dass er die Idee für Chewie seinem eigenen pelzigen Kameraden verdankte. „Die Geschichten stimmen”, sagte er. „Ich hatte einen großen Hund namens Indiana”, erzählte er, der immer auf dem Beifahrersitz neben ihm saß. „Ich liebte dieses Bild.”

Williams war bereits Lucas-Fan, als sich ihm die Gelegenheit bot, in Star Wars mitzuspielen. „Ich war ein Fan von THX 1138“, erzählte er. „Der Film hat mich zum George Lucas-Fan gemacht. Damals gab es viele tolle junge Filmemacher, die das Kino veränderten. Und George führte damals diese Bewegung an.” Über seine Zusage musste er nicht nachdenken. „Als sich mir die Gelegenheit bot, mit George Lucas zusammenzuarbeiten, kam es mir so vor, als würde ich direkt ins Paradies einziehen. Es war eine wundervolle, außergewöhnliche Erfahrung, über die ich sehr glücklich bin.” Williams hatte mit Lando etwas Bestimmtes vor. Er sollte einzigartig und neu sein. „Ich wollte keine stereotype, klischeehafte Figur spielen. Ich wollte ihn zu etwas Besonderem machen. Er sollte überlebensgroß sein.”

9. Lucas besetzte die Rollen der Originalhelden – Han, Luke und Leia – mit Schauspielern, die wie alte Freund wirkten. „Ich wollte, dass die Chemie zwischen ihnen von Anfang an stimmte”, sagte er. Er sah sich ein ganzes Jahr lang, neben den anderen Figuren, potenzielle Luke Skywalkers an und reduzierte seine Liste dann auf jeweils drei Favoriten für jede Rolle. Dann wurden sie gemischt und zugeteilt, bis schließlich Mark Hamill, Harrison Ford und Carrie Fisher die Rollen erhielten. Aber Hamill wurde noch aus einem anderen Grund ausgewählt. „Das und, dass er kleiner war als ich.”

10. Mark Hamill und Harrison Ford. Genug geredet. Hamill betrat die Bühne unter großem Applaus mit Bart und einer pechschwarzen Lederjacke. Wenige Minuten später folgte ihm Harrison Ford, der langanhaltende stehende Ovationen erhielt. Beide erzählten, was Star Wars ihnen bedeutete und noch immer bedeutet. „Das bewegt mich sehr und ich habe das niemals als selbstverständlich betrachtet”, sagte Hamill, als er hörte, welchen Einfluss die Filme auf das Leben der Fans hatten. „Ich bin einfach nur verblüfft darüber, wie diese Leidenschaft all die Jahre überdauert hat.”

Ford erzählte aus seiner Zeit als junger Schauspieler, in der er seinen Lebensunterhalt als Tischler verdiente, bis er die Rolle für Star Wars erhielt. Für Ford macht Star Wars dessen Geschichte aus. „Selbst wenn man die besten Schauspieler der Welt hat, braucht man immer noch eine gute Geschichte”, so Ford. „Der Film war ein brillante erfundene Mythologie, die seit über 40 Jahren auf Interesse stößt. Und das hat sich alles George ausgedacht. Und ein Schauspieler, der keine Geschichte zu erzählen hat, sollte besser gleich nach Hause gehen.”

11. Erinnerung an Carrie Fisher. Das Forum schloss mit bewegenden Hommagen an die Star Wars-Prinzessin. „Sie konnte sich gegen alle Widrigkeiten durchsetzen. Sie trug zwar die ganze Zeit ein Kleid, war aber die toughste der ganzen Gruppe”, so Lucas. „Das zeigt die Größe ihres Talents und sie war auch noch ein so liebenswerter Mensch … Wir werde sie alle immer lieben.”

Kennedy sprach eindringlich über Fishers Vermächtnis. „Nicht nur denen, die das Glück hatten, sie kennenzulernen, wird sie für immer im Gedächtnis bleiben, sondern auch denen, die jetzt noch nicht alt genug sind, um ‘Möge die Macht mit dir sein’ zu sagen.”

Fishers Tochter, Billie Lourd, ergriff als Letzte das Wort. In einem Leia-haften Kleid sprach sie vom Einfluss ihrer Mutter, deren Talenten, ihrer Ehrlichkeit bezüglich Problemen und darüber, wie sehr sie Star Wars liebte. „Nichts an ihr war geschauspielert. Sie hat euch geliebt, sie hat diese Filme geliebt”, sagte Lourd. Und sie hat Leia geliebt.

Dann wurde eine Videohommage an Fisher eingespielt; mit Interviewauszügen von Fisher und ihren Freunden sowie einem Blick hinter die Kulissen, bei der bei den Fans die Tränen flossen. Du kannst dir das Video weiter unten ansehen.

Mit der bereits erwähnten Performance von John Williams fand dann die Feier von Star Wars und dessen Prinzessin ein Ende und das Forum wurde geschlossen. Für das Publikum war es ein würdiger Abschluss für den Zauber, den die beiden der Welt geschenkt haben.

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Dan Brooks ist leitender Autor bei Lucasfilm und Redakteur des StarWars.com-Blogs. Er liebt Star Wars, ELO und die New York Rangers, -Jets und -Yankees. Folge ihm auf Twitter@dan_brooks, wo er sich über all diese Dinge auslässt.

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