Studying Skywalkers: Die Themen von Star Wars: Die dunkle Bedrohung

Der erste Film der Prequel-Trilogie verrät viel über Gefühle, Freundschaften und mehr …

Studying Skywalkers ist eine exklusive Kolumne, in der wir die Charaktere, Motive und Lektionen von Star Wars aus der literarischen und erzieherischen Perspektive betrachten.

Wir beginnen mit Star Wars: Die dunkle Bedrohung, wo wir einen jungen Anakin Skywalker kennenlernen, der den später so tief gefallenen Jedi in ganz neuem Licht erscheinen lässt.

Obi-Wan Kenobi und Qui-Gon Jinn in Star Wars: Die dunkle Bedrohung

Loyalität und Freundschaft

Als der Film beginnt, sind die beiden ersten Jedi, denen wir begegnen, Qui-Gon Jinn und Obi Wan Kenobi. Die beiden sind sich offenbar tief verbunden und stehen als Meister und Padawan vereint gegen eine neue Bedrohung der Republik. Nicht immer sind die beiden einer Meinung, doch sie erkennen ihre gegenseitige Verbundenheit durch die Macht, den Jedi-Orden und ihre Freundschaft.

In einer ganz besonders einprägsamen Szene stellt Obi-Wan den Plan seines Mentors infrage, sich dem Rat der Jedi zu widersetzen und Anakin auszubilden. Obi-Wan wendet sich gegen seinen Meister, der darauf mit Würde, Haltung und direkter Kommunikation reagiert. Er respektiert Kenobis Sichtweise, sagt aber, er würde tun, was er tun muss. Er respektiert seinen Freund, vertraut jedoch auf sein Bauchgefühl. Das macht deutlich, wie man am besten im Fall einer Unstimmigkeit mit einem Freund oder Mentor reagiert, um im Gespräch zu bleiben. Ganz klar: Der Jedi-Orden würde von etwas mehr dieser Offenheit profitieren!

Dann stellt sich die Frage, wem gegenüber die Jedi loyal sein sollen. Dem Meister? Dem Orden? Der Republik? Und wann muss man sich zwischen Loyalität und Freundschaft entscheiden? Star Wars Fans wissen natürlich, wie die Geschichte weitergeht (eh klar), doch die Jedi wissen es nicht. Deshalb bekommt der Titel Star Wars: Die dunkle Bedrohung noch tiefer Bedeutung, während diese Fragen ans Licht kommen.

Anakin und der Rat der Jedi in Star Wars: Die dunkle Bedrohung

Furcht

Zweifellos geht uns bei diesem Stichwort das klassische Zitat aus dem ersten Teaser-Trailer durch den Kopf. Als Yoda erklärt „Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass. Hass führt zu unsäglichem Leid.“, macht er die unmittelbare Auswirkung der Angst in wenigen Worten deutlich. Die Überzeugung, dass Furcht die menschliche Psyche beeinträchtigt, gehört zu den ältesten literarischen Motiven. Yoda verdeutlicht diesen Zusammenhang auf dramatische Weise und sieht damit voraus, was wir als Zuschauer schon lange bestätigt wissen. 1999 war das noch nicht gesichert, doch die ersten Zweifel beschleichen damals bereits den Rat, Anakin und das Publikum. Wie kann dieser so harmlos wirkende Junge zum Dunklen Lord der Sith heranwachsen? Alle Zeichen deuten darauf hin, dass Furcht die Antwort ist.

Boss Nass in Star Wars: Die dunkle Bedrohung

Die Bedeutung von Kooperation

Zu den größten Erkenntnissen im Zusammenhang mit der individuellen Reifung gehört das Wissen, dass Unterschiede bisweilen äußerst positiv sind. Boss Nass stellt sicher, dass sich die Bewohner von Naboo den Gungans überlegen fühlen. Obi-Wan ist sofort skeptisch, als er Jar Jar Binks kennenlernt. Sowohl der Gungan wie der Jedi müssen ihre Vorurteile zurückstellen und sich an den Gedanken gewöhnen, trotz ihrer jeweiligen Unterschiede nur dann mehr erreichen zu können, wenn sie zusammenarbeiten.

Gewisse Persönlichkeiten wie Padmé Amidala werden benötigt, um dieses Bewusstsein in der Galaxis zu stärken. Die Königin steht symbolisch für die Macht der Verhandlungen, um Konflikte zu lösen und Blockaden durch Zusammenarbeit zu beseitigen. Eine ehrliche, respektvolle Annäherung anstatt der Manipulation anderer erhellt den Geist und hilft dabei, Vertrauen aufzubauen.

Zuhause bei den Skywalkers in Star Wars: Die dunkle Bedrohung

Familie

Das Thema der Familie, insbesondere der Ersatzfamilie, durchdringt die gesamte Saga und spielt auch in Star Wars: Die dunkle Bedrohung eine große Rolle. Anakin entscheidet sich schlussendlich, seine Mutter auf Tatooine zu verlassen und sich seiner Ersatzfamilie, den Jedi, anzuschließen. Obi-Wan Kenobi und Qui-Gonn Jinn sind sich als Meister und Padawan brüderlich verbunden, während sich Jar Jar Binks von den Gungans abwendet, um sich Padmé und der Republik anzuschließen. Das Motiv verdeutlicht hier die Bedeutung von Familie in all ihren Ausprägungen. Eine gesunde Familiendynamik erlaubt es den Individuen, Teil eines größeren Ganzen zu werden, denn das Ganze ist mehr als seine Einzelteile. Erst durch die individuelle Isolierung beschreiten manche einen dunklen Pfad, weswegen Palpatine stets danach strebt, Einzelne zu isolieren und den Familienzusammenhalt zu durchbrechen.

Diese Themen vermitteln dem Publikum wichtige Botschaften. Wir erfahren mehr über die Hintergründe der Handlung und werden unterhalten und gleichzeitig belehrt. Fallen euch noch mehr Kernmotive aus Star Wars: Die dunkle Bedrohung ein, die euch bewegen?

Dan Zehr ist Englischlehrer an der High School mit einem Master-Titel in Lehr- und Lerninhalten und betreibt mit seinem Co-Host Cory Clubb die Seite Coffee With Kenobi. In seinem Star Wars Podcasts analysiert er die Saga durch kritisches Denken, Analysen, Interviews und Diskussionen. Unter dem Pseudonym Blue Leader ist er zudem Mitglied von The Rogues, einem Lehrernetzwerk, das Star Wars Inhalte für den Unterricht aufbereitet.

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