Schauspieler, die fast bei Star Wars dabei gewesen wären

Eine Allstars-Riege an Zeichentrickhasen, Superhelden und Einheiten der Special Forces!

Der original Star Wars Trilogie gelang ein Hattrick, wie er in der Filmindustrie bei Franchises nur sehr selten vorkommt: die Saga wurde über Nacht zur popkulturellen Institution und zeigte – was beinahe unglaublich klingt – so etwas wie eine perfekte schauspielerische Besetzung. Und es ist keineswegs ein glücklicher Zufall, dass jede Szene vor glaubwürdiger Chemie geradezu sprüht: George Lucas ist bekannt geworden mit seiner selektiven Vorgehensweise bei der Auswahl der Schauspieler, die Star Wars Leben einhauchen sollten. Beinahe ein halbes Jahr lang sichtete er Tausende hoffnungsvoller Aspiranten. Viele von denen, die damals vorgesprochen hatten, sind sang- und klanglos in der Versenkung Hollywoods verschwunden. Doch unter den Bewerbern waren auch einige, deren Zeit erst später kam – von denen ein paar wiederum heute auf der ganzen Welt bekannt sind! Gebt auch ihr ihnen eine Chance und lasst euch überraschen, wer es damals nicht in die Galaxis geschafft hat!

Han Solo

Auf Solo-Pfaden

Trotz seinen Rollen in zahlreichen Produktionen vor und nach Star Wars lässt sich Harrison Ford kaum von seiner Darstellung des Han Solo trennen. Für die Fans ist Ford Han und Han Ford. Da scheint es nur logisch, dass Lucas ein bekanntes Gesicht aus American Graffiti mit rebellischer Leinwandpräsenz casten wollte – Fakt ist aber, dass Ford absolut nicht erste Wahl war. Lucas vertrat den vehementen Wunsch, Unbekannte für Star Wars zu besetzen. Doch zum Zeitpunkt der Auditions kannte das Publikum Ford bereits. Stattdessen buchte man ihn für die Vorsprechen, um die Dialoge mit den Bewerbern für Luke Skywalker und Leia Organa durchzusprechen.

Unbekannte und semi-bekannte Darsteller ließen es sich nicht entgehen, sich an Han Solo zu versuchen. Unter diesen war auch Sylvester Stallone, der 2010 in einem Interview mit Ain’t It Cool News verriet, dass er an Lucas’ frostigem Schweigen erkannte, dass seine Performance wohl nicht das Gelbe vom Ei gewesen war. Beinahe zehn Jahre bevor er als Freddy Krueger in Nightmare – Mörderische Träume zur Legende wurde, sprach Robert Englund gleich nach einer Absage für Apocalypse Now von Lucas‘ Vertrautem Francis Ford Coppola als Han Solo vor. In einem Interview mit Yahoo im November 2014 verriet Englund, dass er damals für “zu jung” befunden worden sei. Seinem Freund, dem noch jüngeren Mark Hamill, erzählte er jedoch noch am selben Abend vom Casting-Aufruf für „diesen Weltraumfilm“, der dessen Leben für immer verändern sollte.

Als Dritter im Bunde dieser aufstrebenden Jungschauspieler ist Kurt Russell, damals bekannt als Hauptdarsteller von Disney-Filmen wie Der barfüßige Generaldirektor und Papa ist der Größte. Die Castingaufzeichnungen lassen vermuten, dass Russell ziemlich nah dran war an Lucas‘ Vorstellungen von Han (etwas älter als Luke und mit einem frühreif-resignierten Sarkasmus gesegnet). Doch wie wir alle wissen, ging die Ehre schließlich doch an Ford, der während den Auditions eine unverkennbare Chemie mit Hamill und Carrie Fisher gezeigt – und mit diesem smarten Move echte Schmugglerqualitäten an den Tag gelegt hatte!

Luke Skywalker

Viele wollen am Himmel wandeln

Die Besetzung der Rolle des widerstrebenden, unverdorbenen Helden von Star Wars war sicherlich die schwierigste Aufgabe bei den Vorsprechen. In der Dokumentation Empire of Dreams: The Story of the Star Wars Trilogy von 2004 wird deutlich, dass Lucas nach einem Schauspieler suchte, der die strahlenden, energiegeladenen Charakterzüge seiner Figur ideal verkörperte. Und so sicherte sich Hamill die Rolle unter all den anderen Bewerbern durch seine ernsthaften Vortragsweise – und Englunds oben erwähntem Tipp! (In Hollywood sind gutgemeinte Ratschläge von echten Freunden rar gesät…) Doch vor seinem offiziellen Zuschlag warteten viele andere Hoffnungsvolle mit klopfendem Herzen, darunter American Graffiti Darsteller Charles Martin Smith und, eine echte Legende für alle Fans US-amerikanischer Serien: William Katt aus The Greatest American Hero. Ein Superheld zu sein ist sicher nett, aber als Jedi ist man definitiv cooler!

Prinzessin Leia

Royal Auditions

In ihrem Interview für Empire of Dreams konnte Fisher ihre Zusagen für den Part der Leia kaum glauben, hatte sie doch damit ein ganzes Zimmer voll ihrer Meinung nach „erfahrener Konkurrentinnen“ ausgestochen. Abgesehen von zwei kleinen Fernsehrollen war Star Wars ihr Filmdebüt. Ebenfalls mit Hoffnung auf die Haarschnecken angetreten war mit Cindy Williams eine weitere American Graffiti Veteranin. Jahre später erlangte sie landesweite Berühmtheit als Shirley Feeney in Happy Days und der Spin-off Serie Laverne & Shirley. Die Kleindarstellerin Teri Nunn hingegen wurde in den 1980er Jahren weltweit berühmt als Leadsängerin der New Wave Band Berlin. Hätte es in Star Wars auch Musicalnummern gegeben, wäre ihr Vorsprechen vielleicht anders verlaufen…

Darth Vader

Krieg der Stimmen

Zwar ist der nicht einmal der Mann hinter der Maske, dennoch assoziieren Millionen Filmfans James Earl Jones — und sein unverwechselbar sonores Timbre — mit Darth Vader. Jones erfreute sich bereits seit den frühen 1960er Jahren einer beachtlichen Film- und Fernsehkarriere, doch es war eine Bühnendarstellung, mit der er Lucas‘ Aufmerksamkeit erregte. Ursprünglich war Orson Welles als Sprecher für den Vollstrecker des Imperiums vorgesehen gewesen – nur passend angesichts dessen grandioser Schauspielkunst und legendärer Vertonung von Krieg der Welten, mit deren unvorhergesehenen dramatischen Folgen er Sci-fi Geschichte schrieb. Doch mit der Verpflichtung von Welles hätte Lucas seine eigene Regel gebrochen. Also ging der Zuschlag an Jones.

C-3PO

“What’s Up, Droid?”

Man möchte meinen, Anthony Daniels’ ulkige Darstellung von C-3PO als Protokolldroide hätte ihm die Rolle gesichert. Stattdessen waren es einzig seine pantomimischen Fähigkeiten gewesen (ideal für eine Figur ohne Gesichtsmimik). Interviews mit der Produktionscrew von Star Wars in Empire of Dreams enthüllen, dass man ursprünglich vorgehabt hatte, C-3PO in der Postproduktion wie einen Gebrauchtwagenhändler zu synchronisieren. Einige der bekanntesten Synchronsprecher waren deshalb zum Casting eingeladen worden, darunter Stan Freberg — die US-Stimme der seekranken Seeschlange aus Time for Beany — sowie die Stimme unzähliger Looney Tunes Figuren, Mel „Mann der Tausend Stimmen“ Blanc. Wie Daniels erzählte, war es Blanc, der seine von britischen Butlern inspirierte Performance weit passender fand, als es jeder kalauernde Hase oder lispelnde Erpel jemals gewesen wäre. Das wärs, Leute!

Steven Romano ist ein Autor, begeisterter Kulturfanatiker und vor allem ein langjähriger Fan dieser weit, weit entfernten Galaxis. Nimm’ den Landspeeder, keinen Bantha, und mach Dich auf den Weg zu seinem Blog oder Twitter-Account unter @Steven_Romano.

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