Rebel Legion – Widerständler mit Herz

VON MONACO ÜBER CHILE BIS MALMÖ: KARSTEN GRAEF VERTRITT ALS EXECUTIVE OFFICER DIE DEUTSCHE BASE DER REBEL LEGION UND ERZÄHLT, WIE ER UND SEINE KNAPP 70 MITREBELLEN DEN KAMPF GEGEN DAS IMPERIUM MIT DER GUTEN SACHE VERBINDEN

1. Was genau ist denn die Rebel Legion?
Die Rebel Legion ist ein Star Wars Kostümfanverein der hellen Seite, bei uns findet man Kostüme der „Guten“. Wir sind also Jedi, Senatoren, Rebellensoldaten und Rebellenpiloten – die Rebel Fleet Trooper –, aber auch natürlich die Helden der Saga wie Chewbacca, Hans Solo, Luke Skywalker, Leia Organa.

2. Wie kam es zur Gründung der Rebel Legion?
Sie wurde 1999 als Zusammenschluss verschiedener Fans in den USA gegründet, die sich fragten. „Was ist mit den Leuten, die sich in den Kostümen der hellen Seite präsentieren wollen?“. Die offizielle Gründung erfolgte im Jahr 2000. Mittlerweile ist die Rebel Legion auf allen Kontinenten außer der Antarktis und Afrika vertreten, selbst in vielen Gegenden, wo man nicht damit rechnet, zum Beispiel auf Hawaii und in Hongkong oder seit kurzem auch in Monaco. In den USA existiert auch beinahe in jedem Bundesstaat eine eigene Gruppe oder eine Base der Rebel Legion. In Europa und Asien gibt es dann eben für jedes Land eine Base (ab 50 Mitgliedern) oder einen Outpost. Die German Base Yavin wurde 2006 gegründet und es kam nach kleinen Startschwierigkeiten 2009 zur Neugründung.

3. Wer kann bei euch mitmachen?
Die Rebel Legion ist ein Verein, der für alle Menschen offen ist, unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Nationalität usw. Allerdings muss man volljährig, also 18 Jahre alt sein.

4. Wo liegt der Fokus eurer Aktivitäten?
Es gibt bei der Rebel Legion die drei Schwerpunkte Costuming, Community und Charity, also das Kostümieren, die Gemeinschaft und die Wohltätigkeit und diese drei Axiome stehen auch relativ gleichwertig.

5. Wie sieht das in der Realität dann aus?
In erster Linie geht es natürlich um das möglichst originalgetreue Nachbauen der Kostüme aus den Filmen, mit denen wir dann auf den Events auftreten. Dabei soll man auch die Gemeinschaft leben, sowohl im Verein als auch mit anderen Fans. Die Wohltätigkeit ist ebenfalls wichtig, denn wir versuchen unsere Auftritte immer mit einem gemeinnützigen Zweck zu verbinden. Z.B. haben wir zuletzt im Mai auf einem Event für ein Kinderhospiz Geld gesammelt.

6. Bei wie vielen Events im Jahr kann man euch treffen?
Das sind jährlich etwa 20 Events, daran merkt man schon, dass wir etwas kleiner sind als unsere Kollegen von der 501st German Garrison.

7. Wie viele seid ihr denn?
Weltweit sind wir bei der Rebel Legion etwa 2.000 Personen, bei der German Base Yavin, also der deutschen Gruppe, sind es 68 Mitglieder.

8. Welches ist das beliebteste Kostüm bei der Rebel Legion?
Die beliebteste Figur bei uns ist der Generic Jedi, das ist also der „normale“ Jedi und auch die „einfachste“ Figur. Da gibt es zwar auch Vorgaben, aber man muss nicht so viel selbst basteln oder herstellen, es ist hauptsächlich Schneiderarbeit. Außerdem hat man natürlich ein Lichtschwert und das macht den Jedi schließlich aus.

9. Wie viele Kostüme hast Du?
Ich habe insgesamt vier Kostüme, davon zwei normale Jedi-Kostüme, einen Rebel Fleet Trooper, das sind die mit dem weißen Helm, und dann habe ich noch ein Outfit als Luke Skywalker und das mag ich auch am liebsten – Heldenkostüme sind einfach was Besonderes!

10. Wie kommt so ein Kostüm zustande? Manche Kostüme kann man ja schon online kaufen.
Die muss man eigentlich schon selbst machen oder anfertigen lassen. Denn die im Handel angebotenen Kostüme sind qualitativ nicht so schön und die Größen bereiten auch Schwierigkeiten. Man kann die Kostüme schon kaufen, muss sie dennoch nachbearbeiten. Deshalb starten viele mit einem gekauften Kostüm und machen sich später noch ein neues selbst. Eine Nähmaschine und handwerkliches Geschickt braucht man schon. Wir haben sogar Leute, die die Lichtschwerter selbst basteln können. Für die Helme der Pilote und Rebel Fleet Trooper gibt es auch schon Bausätze zu kaufen, die man nur noch zusammenschrauben muss. Schließlich kann nicht jeder Hartplastik schneiden oder die Formen gießen.

11. Wie funktionieren die Treffen? Online oder habt ihr feste Termine?
Wir haben zum einen das allgemeine Forum, in dem Neumitglieder sich anmelden und Fragen stellen können und da arrangieren wir auch unsere Meetings, z.B. wie 2014 bei der Jedi Con in Düsseldorf oder bei den verschiedenen Events. Durch unsere Verteilung in ganz Deutschland und die Zahl der Mitglieder sind regelmäßige Treffen natürlich etwas schwierig, anders als bei der 501st German Garrison, die in fast jedem Bundesland Untergruppen hat. Bei uns ist es wie in den Filmen: weniger Leute und die sind weit verstreut.

12. Was ist Deine erste Star Wars Erinnerung?
Ich bin nur wenige Tage vor der US-Premiere geboren, aber meine erste Erinnerung ist etwa 1983, als ich als Sechs- oder Siebenjähriger zusammen mit meinem Vater Star Wars: Die Rückkehr der Jedi-Ritter gesehen habe. Das hat mich unheimlich fasziniert. Später, etwa in der dritten Klasse, bin ich im Karneval mit meinem besten Freund als das große Vater-Sohn-Gespann Luke Skywalker und Darth Vader gegangen.

13. Welche Lieblingsfigur hast Du im Star Wars Universum?
Als Nicht-Mensch ist meine Lieblingsfigur Yoda, weil er als kleines Wesen über sehr viel Macht verfügt und diese verantwortungsbewusst einsetzt. Mein liebster menschlicher Charakter ist zweifellos Luke Skywalker. Er hat mich immer fasziniert, als Normalo, der zum Jedi-Ritter wird.

14. Warum übt Star Wars weltweit solch eine Faszination aus?
Einfach ausgedrückt macht es einfach Spaß. Man sieht tolle Bilder, die Technik ist überragend, aber man kann dennoch gute Analogien zur Realität ziehen. Schließlich ist die Star Wars Geschichte auch angelehnt an historische Ereignisse, etwa die Machtergreifung von Kanzler Palpatine, sein Aufstieg zum Imperator. Große Anziehungskraft hat aber auch das klassische Bild der Heldenreise, das man ja schon bei den griechischen Sagen und alten Mythen findet. Die ewig gültigen Themen vom Erwachsenwerden, dem Loslösen von der Familie und dem Kampf um den eigenen Platz in der Welt.
Nicht zuletzt ist Star Wars universell, ohne Präferenz für eine Religion oder Weltanschauung: Es ist für alle da. Insbesondere die Figur von Luke Skywalker, dem einfachen Farmersjungen, der zum Retter der Galaxis wird, transportiert die Botschaft, dass in jedem Menschen Potenzial zu Großem schlummert. Es gilt, das eigene Innere zu erforschen, über sich hinauszuwachsen und Gutes zu tun.

15. Was bedeutet der Titel XO?
Über mir steht noch der Commanding Officer, also der „Erste Vereinsvorsitzende“, ich bin der Executive Officer, also in etwa der „Zweite Vorsitzende“.

16. Was hast Du für den Tag geplant, wenn Star Wars: Das Erwachen der Macht am 17. Dezember anläuft?
Ich hoffe, dass ich dann ganz euphorisch im Kostüm in einem Kino sitze und Star Wars: Das Erwachen der Macht genießen kann. Vielleicht haben wir dann ja auch ein besonderes Ereignis, vielleicht mit Disney? Ich will den Film auf jeden Fall zeitnah sehen, denn ich bin unheimlich gespannt darauf und würde mich riesig freuen, bei der Premiere dabei zu sein.

17. Hat Star Wars auch Einfluss auf Dein berufliches Leben?
Auf jeden Fall – im Februar habe ich meinen Master-Abschluss in sozialer Arbeit gemacht und meine Master-Thesis über Star Wars geschrieben. Der Titel: „Ehrenamtliches soziales Engagement in Europa. Eine quantitative Studie anhand des Star Wars Kostümfanvereins Rebel Legion“.

 

Das Team von StarWars.de ist schwer beeindruckt und bedankt sich für das Interview!

Mehr Infos zur Rebel Legion und der Mitgliedschaft sowie Zugang zu den Foren findet ihr auf der Homepage des Vereins.

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