Lebendige Fangemeinde: Die persönlichen Auswirkungen von Star Wars

In der Fangemeinde herrscht derzeit Hochbetrieb. Neue Star Wars-Filme, gedreht an sicheren Orten, finden nach und nach den Weg in die Welt. Die Fans sind scharenweise in die Kinos geströmt, um sich Das Erwachen der Macht anzusehen, und auf YouTube wird der Trailer zu Rogue One: A Star Wars Story immer und immer wieder aufgerufen. Erfüllt vom Wunsch, ihre Vorliebe und Leidenschaft für die weit, weit entfernte Galaxis zu demonstrieren, kommen Fans zusammen, um einen besonderen Tag zu feiern: den 4. Mai.

Um ihnen dabei zu helfen, dem gesamten Universum ihre wahren Gefühle mitzuteilen, habe ich mit einigen Fans darüber gesprochen, was Star Wars für sie bedeutet und was die Ergänzung um neue Filme verändert.

Michael Jason Francis’ erste Begegnung mit Star Wars war eine Kinovorstellung von Das Imperium schlägt zurück. Damals war er fünf Jahre alt, und er erinnert sich noch deutlich daran, wie Darth Vader und zwei Sturmtruppler an ihm vorbeigingen. Und Darth Vader hinterließ dabei bleibenden Eindruck. „Star Wars bedeutet für mich zwei Dinge“, sagt Francis. „Hoffnung und Erlösung. Als ich aufgewachsen bin, war mein Vater ein aggressiver Alkoholiker. Es war wirklich schlimm. Ich konnte mir nie erklären, wie er so geworden war und wie ich ein Teil von ihm sein konnte. Ich musste einfach glauben, dass ein Teil von ihm gut war, ein Teil, der uns miteinander verband. Wie Luke konnte ich die Güte in ihm fühlen. Die Beziehung zwischen Luke und Darth Vader gab mir Hoffnung. Um die lange Geschichte abzukürzen: Ich habe diese Güte in ihm gefunden, und heute ist er ein toller Großvater für meine zwei Kinder.“

Fan dressed up as Darth Vader

Eines von Francis’ Kindern ist ein sechsjähriges Mädchen (oben abgebildet), das R2-D2, Vader und Sturmtruppen liebt. Das Auftreten weiblicher Charaktere wie Rey und Jyn in den neuen Filmen hat für seine Tochter und dadurch indirekt auch für ihn einen Unterschied bewirkt. „Als sie gesehen hat, wie Rey das Lichtschwert zückt, wurden ihre Augen ganz groß, und ihr verschmitztes Lächeln hat alles gesagt. Von da an waren die Filme, die sie bis dahin immer ,Papas Filme‘ genannt hatte, ihre Filme“, erklärt er.

Er hat vor, sich am 4. Mai zusammen mit seinen Kindern so viele Filme und Cartoons aus dem Star Wars-Universum anzusehen, wie sie an dem Tag unterbringen können.

Star Wars A New Hope

Für viele Fans ist Star Wars wie ein helles Leuchtfeuer. Sandra Choute ist nach Amerika gezogen, als sie noch sehr jung war. Sie sagt: „Aus kultureller Sicht war der Umzug nach Amerika hart. Star Wars war das Ventil, das ich benutzt habe, als ich damit klarkommen musste, dass ich gehänselt wurde, weil ich anders war. Es mag schrecklich klingen, aber das war etwas Positives, das ich im Leben hatte.“ Sie empfindet die Saga nach wie vor als einen Segen, weil sie „so viele unglaubliche Menschen, die sich nicht davor scheuen, sie selbst zu sein“ kennenlernt.

Choute begeht den 4. Mai, indem sie etwas zurückgibt. „Ich nehme jedes Jahr an einem gemeinnützigen Projekt teil“, verrät sie. „Letztes Jahr habe ich mich an #ServeLikeAJedi beteiligt, veranstaltet von ,Star Wars in the Classroom‘. Dabei habe ich Vorräte gesammelt, die an ein Waisenhaus in Haiti geschickt wurden. Dieses Jahr mache ich etwas anderes. Ich werde zwei oder drei Kindern sponsern und ihr Schulgeld für ein Jahr in einem Waisenhaus in Haiti bezahlen.“

The Force Awakens - Rey with BB-8 on Jakku

Star Wars verbindet so viele Menschen miteinander und kann sogar Familien einander näherbringen. Marcela Vargas ist damit aufgewachsen, sich die ursprüngliche Trilogie zu Hause mit ihren Eltern anzusehen. Die frühen Episoden haben sich auf ihre Freude am Kino ausgewirkt. Und als Das Erwachen der Macht herauskam, nahm Vargas ihre Eltern mit ins Kino. „Sie haben gejapst und geweint und applaudiert – es war ein so tolles Erlebnis für sie“, schildert sie. „Auf eigenartige Weise hatte ich dadurch das Gefühl, dass sich der Kreis schließt; sie haben mir Krieg der Sterne gezeigt, als ich ein Kind war, und ich hatte die Chance, ihnen Das Erwachen der Macht zu zeigen, [und sie sind] jetzt über 60.“

Vargas meint, Star Wars sei immer für sie da gewesen, und sie hätte daraus so viel über sich selbst und über Beziehungen gelernt. „Für mich bedeutet Star Wars, seine Freunde zu beschützen, nie aufzugeben und das Richtige zu tun, auch wenn es das Schwerste ist, was man je tun musste. Die Jedi haben mir beigebracht, einen kühlen Kopf zu bewahren, wenn meine Emotionen überwältigend werden. Star Wars hat mich gelehrt, dass ich eine Prinzessin sein kann, die sich selbst rettet, eine Kriegerin und eine Diplomatin, wenn ich es mir nur mit Herz und Verstand vornehme. Nichts ist unmöglich, wenn man eins mit der Macht ist und die Macht in einem lebt.“

Für den 4. Mai will Vargas Star Wars-Kekse für ihre Freunde und Kollegen backen, und sie wird ihre Jedi-Robe zur Arbeit anziehen – Das Erwachen der Macht hat ihr den nötigen Motivationsschub verliehen, um sich endlich ihr eigenes Kostüm zu nähen.

The Phantom Menace - Padme

Michael fand über die Prequel-Trilogie Zugang zur Tochter seiner Freundin. Er hatte die ursprüngliche Trilogie gesehen, als er selbst elf Jahre alt war, und er nahm die Tochter seiner Freundin zu Die dunkle Bedrohung mit, als sie elf war. „Mit ihr am Premierenabend im dicht gedrängten Kino zu sitzen, war ein freudiges und zwischendurch emotionales Erlebnis. Ein-, zweimal hat mich schon die Rührung gepackt, als ich sie dabei beobachtet habe, wie sie sich mit gebannter Aufmerksamkeit den Film angesehen hat. Danach war sie Feuer und Flamme. Ganz Padmé, die ganze Zeit“, erzählt Michael. Er gibt zu, von den Prequels nicht ganz so begeistert zu sein wie die Tochter seiner Freundin, was er ihr aber nie gesagt hat.

Das Erwachen der Macht und die bevorstehende Premiere von Rogue One haben Michaels Begeisterung für Star Wars neu entfacht. Er sagt: „Ich bin nie in das erweiterte Universum eingetaucht, deshalb ist mein Enthusiasmus zwischen den Trilogien, abgesehen von gelegentlichen Käufen von Sammlerstücken, ein wenig abgeflaut. Aber jetzt – jetzt ist er mit voller Wucht zurück! Manch einer könnte meine Star Wars-Besessenheit fast schon als … unnatürlich betrachten.“

Möge der 4. Mai mit euch sein! Teilt uns in den Kommentaren mit, was Star Wars für euch bedeutet, und lasst uns wissen, wie ihr den heutigen Tag feiert!

Die Autorin Amy Ratcliffe ist besessen von allem, was mit Star Wars, Disney und Kaffee zusammenhängt. Folge ihr auf Twitter unter @amy_geek.

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