Interview: Simon Kinberg, Ausführender Produzent Von Star Wars Rebels – Teil 1

Mit dem Start von Star Wars Rebels beginnt eine neue Ära für jene weit, weit entfernte Galaxis. Die in der Zeit zwischen den Prequels und der klassischen Trilogie angesiedelte Animationsserie erzählt die Geschichte von Kanan, Ezra, Zeb, Sabine, Hera und ihrem mürrischen Droiden Chopper, einer Gruppe von Helden, die sich gegen das Imperium zur Wehr setzen, was schließlich zur Gründung der Rebellenallianz führen wird. Die in ihrer visuellen Präsentation von der Arbeit des Konzeptkünstlers der klassischen Trilogie Ralph McQuarry inspirierte Serie schließt eine wichtige Lücke in der Geschichte der Star Wars-Saga. Ihr Platz in der Chronologie bedeutet ein lang ersehntes Wiedersehen mit Sturmtruppen, hochmütigen imperialen Offizieren und massenweise TIE-Jägern – allesamt charakteristische Sinnbilder des Bösen in Star Wars. Zugleich erzeugt sie durch die Bereitschaft ihrer Figuren, zu staunen und Herz zu zeigen, die klassische Star Wars-Atmosphäre. Das ist leichter gesagt als getan, und dieser Erfolg ist niemand anderem als den Schöpfern der Serie zu verdanken, unter ihnen der ausführende Produzent Simon Kinberg.

Als altgedienter Drehbuchautor und Produzent, der schon bei Blockbustern wie „Sherlock Holmes“ und „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ mitwirkte, ist Kinberg eine der treibenden kreativen Kräfte in der Gestaltung der Zukunft von Star Wars. Eingeläutet wird diese Zukunft mit einer von ihm selbst geschriebenen einstündigen Folge zum Serienstart von Star Wars Rebels: „Der Funke einer Rebellion“. Um das Debüt der Serie gebührend zu feiern, hat StarWars.com Kinberg getroffen, um ihn zu fragen, wie es war, sie zu entwickeln, warum Zeb einen britischen Akzent hat und wie es sich anfühlt, einen Beitrag zur Star Wars-Bibel zu leisten.

StarWars.com: Bevor wir uns „Der Funke einer Rebellion“ zuwenden, kannst du uns erzählen, wie du zu Lucasfilm gestoßen bist und deine Beteiligung an Star Wars Rebels zustande kam?

Simon Kinberg: Ich war schon immer ein Fan von Star Wars und von Kathy Kennedy [der Präsidentin von Lucasfilm]. Mit Star Wars selbst hatte ich beruflich nie zu tun gehabt, doch Kathy habe ich im Laufe der Jahre mehrmals getroffen. Ich wollte schon seit langer Zeit mit ihr arbeiten, einfach, weil ich ein Fan von so vielen ihrer Filme bin.

Als sie zu Lucasfilm kam, hatten wir ein Meeting. Sie sagte: „Ich werde an Star Wars arbeiten – wäre das ein interessantes Projekt für dich?“ Und ich sagte: „Äh, ja.“ Wir hatten ein paar informelle Gespräche, die schließlich zu einem Meeting mit George Lucas führten.

StarWars.com: Oh, wow.

Simon Kinberg: Ja. Eins der aufregendsten und schicksalhaftesten Meetings meines ganzen Lebens, wie du dir vorstellen kannst. Bei dem Treffen ging es um die Arbeit an den Filmen. Das war unglaublich spannend für mich, und so willigte ich ein, einen der Filme zu schreiben, was ich auch tun werde, und trat in die Riege der Autorengemeinschaft – der Story Group – ein, die sich mit der Planung für die neuen Titel von Lucasfilm und Star Wars befasste. So also kam ich in beratender Funktion zu Star Wars: Episode VII.

Ein paar Monate vergingen, in denen wir uns trafen und über die Filme sprachen, bis Kiri Hart, die Leiterin der Autorengruppe, mir e-mailte. „Hey, eins unserer ersten Projekte wird eine Animationsserie für die Disney-Sender sein.“ Sie wusste, dass ich Kinder im Alter von fünf und neun Jahren habe. Beide Jungs. Und sie wusste auch, dass mich und meine Kids besonders eine Liebe zu Star Wars zusammenschweißt. Deswegen dachte sie sich, dass es toll für mich wäre, an einem Projekt zu arbeiten, bei dem ich meine Liebe zu Star Wars und die meiner Kinder einbringen kann.

Auf der [San Diego] Comic-Con [dieses Jahr] hielt ich mich am riesigen Stand für Rebels auf. In der Mitte war eine gigantische Videoleinwand aufgebaut, es gab riesige Poster aller Figuren und sogar Modelle in Lebensgröße. Er war der größte Stand auf der ganzen diesjährigen Comic-Con. Einfach verblüffend. Da stand ich nun und schaute voller Ehrfurcht zu diesen Charakteren auf, die vor anderthalb Jahren noch gar nicht existierten, und die jetzt die neue Generation von Star Wars-Figuren repräsentierten. Ich scrollte zu der ersten E-Mail von Kiri herunter, um den Moment Revue passieren zu lassen, in dem alles für mich begonnen hatte.

Als ich die E-Mail damals las, hatte man zwar eine generelle Vorstellung von der Serie, aber noch keine Details zu Figuren, Handlung oder der Welt, in der sie spielen sollte. Ich schrieb damals zurück: „Solange es mit Star Wars zu tun hat, bin ich interessiert. Mir gefällt die Vorstellung, etwas zu produzieren, das meine Kinder und eine neue Generation von Star Wars-Fans anspricht.“ Damit begannen unsere Treffen: ich, Kiri, [Kreativdirektor] Rayne Roberts, die ganze Story Group und [Koproduzentin] Carrie Beck. Wir machten uns daran, alles von Grund auf aufzubauen.

Eine der ersten Prämissen, die sie festlegten, war, dass das Ganze dem Schema von „Das A-Team“ folgen sollte. Es sollte also um eine Gruppe gehen, und wir waren uns von Anfang an einig, dass das Thema die Entstehungsgeschichte der Rebellenallianz sein sollte. Die Idee einer festen Gruppe, die jede Woche Missionen erfüllt und dabei wie das A-Team die Gesetze mitunter etwas locker interpretiert, gefiel ihnen. Ich glaube, mein erster Beitrag war, dass diese Charaktere die Dynamik einer Familie haben sollten. Darin unterscheiden wir uns vom Modell des A-Teams, in dem alle mehr oder weniger gleichen Alters sind. Sie sind alle Erwachsene und so etwas wie ebenbürtige Freunde. Mich reizte die Vorstellung, unsere Gruppe basierend auf den verschiedenen Archetypen von Familienmitgliedern zu konzipieren. Da gäbe es einmal den Vater, dann die Mutter, den älteren Bruder, die mittlere Schwester, einen kleinen Bruder, dem die Rolle des Nesthäkchen zufällt, und ein Haustier: Chopper, den Familienhund. Oder die Katze.

StarWars.com: Auf jeden Fall eine Katze, würde ich sagen.

Simon Kinberg: [Lacht] Ja, so sah [der ausführende Produzent] Dave Filoni das auch. Für ihn war klar, dass er einer Katze gleicht.

Und so nahm alles seinen Lauf. Es begann also damit, dass sie vorschlugen, es solle wie das A-Team funktionieren, es solle um die Rebellen gehen, und ich dann beisteuerte, dass es toll wäre, wenn sie wie eine Familie wirken und der Zugang zur Handlung dabei über die Figur des jüngsten Bruders liefe. Nicht nur, weil der jüngste von ihnen auf gewisse Weise ein Außenseiter ist, sondern auch, weil er in seinem Alter dem Kernpublikum der Serie am nächsten ist. Aber auch, weil ich fand, dass die ursprünglichen Star Wars-Filme besonders deswegen so gelungen sind, weil sie einen Außenseiter porträtieren, der der Welt mit einer gewissen Unschuld und Naivität begegnet. Das sind die Augen und Ohren des Zuschauers. Das ist die Funktion, die Ezra in der Serie zukommt. Allerdings ist er viel weniger unschuldig als Luke. In vielerlei Hinsicht ist er ein weitaus konfliktbeladenerer und rebellischerer Charakter. Wenn wir ihn kennenlernen, ist er ein Krimineller. Die Dynamik ist also eine völlig andere. Aber von der Erzählstruktur her betritt man in beiden Fällen mit einer der Hauptfiguren eine Welt, die ihr so fremd ist wie einem selbst.

Ezra in "Spark of Rebellion"

StarWars.com: Was hat dich als Autor besonders an dieser Ära der Geschichte gereizt? Im Fall von Star Wars kann man schließlich jede erdenkliche Art von Geschichte erzählen, weil sich die Zeitleiste über Jahrtausende hinweg erstreckt.

Simon Kinberg: Da gab es einiges. Von allen Romanen, Filmen, Fernsehsendungen und Comics waren es die klassischen Star Wars-Filme, die bei mir in meinem ganzen Leben den größten Eindruck hinterlassen haben. Mir gefiel daher die Möglichkeit, ein Kapitel zu schreiben, das den ursprünglichen Filmen nicht nur zeitlich gesehen am nächsten war, sondern außerdem einen Teil der bislang im Dunkeln liegenden Geschichte erzählen würde, der diesen Filmen mehr Tiefe verleiht. Mich möglichst weit an „Eine neue Hoffnung“ anzunähern, war mir sehr wichtig, besonders, weil man sich so an der Bildsprache, den Fahrzeugen und den Welten der ursprünglichen Filme bedienen kann. Und ehrlich gesagt auch, weil ich damit ein paar der Figuren aus diesen Filmen einbauen konnte. Welche das sind, darf ich noch nicht verraten, aber von einigen wissen die Leute schon. Was dabei den größten Reiz ausmacht, ist, dass man quasi die tollste Fanfiction aller Zeiten schreiben und das Ganze dann tatsächlich auch noch in animierter Form sehen kann.

Es ist wirklich interessant. Eine ganze Serie zu kreieren, deren Hauptfiguren aus keinem der Star Wars-Filme stammen, ist eine Herausforderung, die zugleich Spaß macht und ein gesunder Antrieb ist, weil man sicherstellen muss, dass diese Charaktere sich mit klassischen Kultfiguren messen können, die mittlerweile Teil unseres kollektiven Bewusstseins sind. Wenn wir also Gaststars aus den ursprünglichen Filmen einbeziehen, stellen wir damit in gewisser Hinsicht unsere neuen Figuren auf den Prüfstein, um zu sehen, ob sie denselben Tiefgang und dieselbe Komplexität wie die Originalcharaktere besitzen. Geht man als Autor das Schreiben von Ezra, Sabine, Hera, Kanan und Zeb mit der gleichen Begeisterung an wie das von C-3PO oder Obi-Wan? Es ist eine spannende Herausforderung, und wir hoffen natürlich, dass auch diese Figuren einmal zu einem unauslöschlichen Teil unseres Bewusstseins werden, wie es mit den Originalcharakteren der Fall ist.

StarWars.com: Wie hast du die zentralen Charaktere der Serie konzipiert und die Identität jedes einzelnen erarbeitet? Wie zum Beispiel hast du entschieden, dass Zeb ein zäher Brocken ist, der jedoch zugleich Herz und Grips hat?

Simon Kinberg: Unser erster Ansatz war die Frage: „Wie erschaffen wir eine Familie für dieses Raumschiff?“ Wir hatten schnell die beiden traditionellen Eltern, dann einen großen Bruder als den physisch veranlagten Muskelprotz, die Schwester mit ihrer etwas rebellischen Natur – ein bisschen frech vielleicht und aufmüpfiger als die anderen Geschwister, weil sie das mittlere Kind ist und sich behaupten muss – und schließlich den Kleinsten, in mancher Hinsicht das Sorgenkind, das seinen Platz in einem bereits bestehenden Familiengefüge sucht. Ich glaube, so erlebt es das jüngste Kind einer Familie wohl. Du findest dich in einem Haus wieder, in dem es bereits eine ganz eigene Dynamik ganz ohne dich gibt, und jetzt gilt es, deinen Platz darin zu finden.

Was bei all den Star Wars-Geschichten so gut gelungen ist – bei den Animationen, im Erweiterten Universum – sind die wirklich einzigartigen, besonderen und unverwechselbaren Charaktere. Bei Zeb zum Beispiel beginnt man mit jemandem, der allgemein als Schläger, Muskelprotz, großer Bruder kategorisiert werden kann. Dann fügt man mit dieser Typisierung kontrastierende Eigenschaften hinzu, um ihm mehr Tiefgang zu verleihen und ihn realistischer zu machen. Sogar sein Akzent war eine bewusste Entscheidung, um ihn etwas höher zu stellen und dem körperlich vermittelten Eindruck, dass er der ungehobeltste Charakter der Gruppe ist, entgegenzuwirken. Er hat [im Original] die Art von britischem Akzent, die suggeriert, dass er nicht einfach ein Dorftrottel oder stumpfsinniges Muskelpaket ist, sondern von einem Planeten mit hohem Bildungstand stammt und auch selbst nicht ungebildet ist. Viel von dem Spaß, der Spannung und der Komik der Serie rührt von der Erwartungshaltung her, mit der die Leute ihm begegnen – die gleiche, die jeder hat, wenn er einen Schlägertyp von großem Bruder kennenlernt. Das frustriert und ärgert ihn, und er versucht unablässig, den Leuten das Gegenteil zu beweisen. Ganz besonders trifft das in seiner Beziehung zu Ezra zu. Ezra behandelt ihn wie einen hirnlosen Muskelprotz, was einerseits zu vielen Reibereien führt, aber auch Stoff für die Komik liefert.

Die erste Ebene also bestimmt den Archetypen, während es bei der zweiten Ebene darum geht, den Charakter entgegen dieses Typs auszubauen, um das Publikum zu überraschen und ihm eine zusätzliche Dimension zu verleihen. Die dritte Ebene wäre die emotionale Hintergrundgeschichte, die den Charakter untermauert, damit er nicht bloß eine Sammlung von Eigenschaften ist. Es muss etwas Tiefergehendes geben. So etwas wie einen wunden Punkt. Alle Figuren der Serie, und das trifft vermutlich auf alle gelungenen Charaktere zu, schleppen emotionalen Ballast mit sich herum oder tragen eine Last auf den Schultern, die den Kampf für sie zu einem persönlichen Anliegen macht. Jeder Einzelne von ihnen hat ein Familienmitglied oder sonst jemanden, der ihm lieb und teuer war, an das Imperium verloren. Nach einem solchen Verlust fällt es ihnen schwer, eine Bindung zu einer neuen Familie einzugehen und dieser zu vertrauen. Zugleich ist es dieser Verlust, der sie dazu bewegt, ihr Leben dem Kampf gegen diesen scheinbar unbezwingbaren Feind zu widmen. In Zebs persönlicher Geschichte wurden Leute durch das Imperium ausgelöscht, die ihm sehr nahestanden. Wenn er die Köpfe von ein paar Sturmtrupplern zusammenschlägt, sieht das zwar nach Spaß aus und hat das verwegen abenteuerliche Flair der klassischen Filme. Aber dahinter stecken tiefer gehende Gründe, die diese Handlungen motivieren.

StarWars.com: Welches Ziel habt ihr bei der Kreation der Hauptschurken, Agent Kallus und dem Inquisitor, und der Dynamik zwischen ihnen verfolgt?

Simon Kinberg: Ein interessanter Aspekt der Welt von Star Wars ist, dass die Schurken so komplex sind, und wie auch in der realen Welt unterschiedliche Rollen in verschiedenen Organisationen einnehmen. Ich würde sagen, Kallus ist ein vorwiegend militärischer, politischer Charakter, während der Inquisitor mehr spirituell veranlagt ist. Der Inquisitor hat die Jedi im Visier, während Kallus sich viel stärker auf die Rebellen konzentriert. Es besteht also ein Konflikt zwischen ihnen, weil sie unterschiedliche Ziele verfolgen. Und jeder glaubt, dass sein Ziel wichtiger für das Imperium ist. Bei Kallus besteht die Möglichkeit, dass er als jemand, der in potenziell komplexer Beziehung zum Imperium steht, etwas mehr Gewissen, etwas mehr Menschlichkeit hat – der Inquisitor hingegen ist vielmehr der Bluthund, der kein Gewissen kennt und niemals seine Mission infrage stellen würde.

StarWars.com: Wusstet ihr von Anfang an, dass Ihr einen Schurken haben wolltet, der sich auf die Rebellen konzentriert und einen anderen, der sich auf die dunkle Seite beruft?

Simon Kinberg: So ist es. Wir wussten gleich, dass wir einen menschlicheren, militärischen Aspekt, aber auch einen übernatürlichen Aspekt auf der Schurkenseite repräsentieren wollten. Dies durch separate Figuren auszudrücken, war immer geplant. Ich glaube, was die Schurken angeht, war die größte und letztlich auch die erfüllendste Herausforderung, wie wir den Inquisitor visuell umsetzen: Wie konzipiert man einen Schurken der dunklen Seite, der mit Vader und dann Darth Maul konkurrieren kann. Darth Maul ist ein Charakter, der besonders bei der neuen Generation von Star Wars-Fans auf Resonanz trifft, und außerdem sieht er cool aus. Wir wollten jemanden kreieren, der mit diesen Figuren mithalten kann.

StarWars.com: Da gibt es eine Sache, die mich neugierig gemacht hat. Wenn ich an das Imperium denke, denke ich an Menschen. Doch der Inquisitor ist kein Mensch. Er ist Pau’aner. Wurde diskutiert, was es bedeuten würde, eine imperiale Figur einzuführen, die kein Mensch ist?

Simon Kinberg: Wir haben auf jeden Fall darüber und über potenzielle Entwicklungen im weiteren Verlauf der Story gesprochen.

The Inquisitor in "Spark of Rebellion"

StarWars.com: Ich will dich nicht zu sehr unter Druck setzen, aber „Der Funke einer Rebellion“ läutet eine neue Ära für Star Wars ein, zu der auch Episode VII gehört. War euch dies bei eurer Arbeit im Bewusstsein, und was bedeutet es für dich, eine so große Rolle dabei zu spielen?

Simon Kinberg: Es ist die beängstigendste, surrealste, spannendste Erfahrung meines Berufslebens, so viel steht fest. Ich hatte erwartet, dass meine Arbeit an anderen legendären Geschichten, mit denen mich ein persönliches Interesse verband – wie „Sherlock Holmes“ oder die „X-Men“-Filme zum Beispiel – mich auf so etwas vorbereitet hätte. Aber Fakt ist, es gibt und gab nichts, was Star Wars gleichkommt. Ich wage zu behaupten, dass es die großartigste, beliebteste Geschichte des ganzen letzten Jahrhunderts ist. Star Wars wird ein religiöser Eifer entgegengebracht, der selbst den von Comicfans und Fans anderer Medien in den Schatten stellt. Mir fällt nur ein Vergleich ein, den ich schon zuvor gezogen habe. Es ist, als sei ich ein Priester oder Rabbi, und jemand sagt: „Du darfst ein neues Buch für die Bibel schreiben.“ [Lacht] So immens sind die Verantwortung und die Möglichkeiten.

StarWars.com: Verstehe. Ganz so, als sagte man: „Erzähl uns, was als Nächstes kommt, fülle die Lücken, und sieh zu, dass es allem, was es davor gab, gerecht wird.“

Simon Kinberg: Ja. Der springende Punkt ist: Wenn du in die Arbeit des Schreibens vertieft bist, gibt es in dem Moment nichts anderes für dich. Du verliebst dich in die Charaktere und lässt dich von der Geschichte fesseln, bevor du merkst, wie lange du schon in Jogginghose oder Schlafanzug völlig von der Story eingenommen am Schreibtisch sitzt. Du vergisst die schwindelerregende Verantwortung, die deine Arbeit bedeutet, und das ist gut so. Und ich gebe zu, bei Star Wars gibt es viele Momente, in denen ich beim Schreiben der endgültigen Fassung des Skripts die Cursor-Taste gedrückt habe und der Charaktername erscheint – der Name einer Figur aus den klassischen Filmen. Der Cursor blinkt unter diesem Namen und wartet darauf, dass ich ihm Worte in den Mund lege – einer Figur, die für mich als Kind so real war wie meine eigenen Eltern und die Teil meiner Träume war, noch bevor ich sprechen konnte. Manchmal muss ich mich selber kneifen, wenn mir die immense Tragweite der Verantwortung und die Möglichkeiten bewusst werden, die aus den Geschichten, die ich mit den Leuten bei Lucasfilm weiterspinne, erwachsen. Die Herausforderung ist so immens, wie man es sich vorstellen würde, und genauso spannend.

StarWars.com: Da freut es mich, dass du sie gemeistert hast.

Simon Kinberg: [Lacht] Nun ja, gerade so.

Star Wars Rebels logo in "Spark of Rebellion"

Schaut nächste Woche wieder vorbei, um den zweiten Teil des StarWars.com-Interviews mit Simon Kinberg zu lesen!

Dan Brooks ist Leitender Redakteur bei Lucasfilm und verbringt den Tag, damit, Artikel für und rund um StarWars.com zu schreiben. Er ist ein Fan von Star Wars, ELO und den New York Rangers, Jets und Yankees. Folgt @dan_brooks wo er ausgiebig über all diese Dinge philosophiert.

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