Fünf Gründe, warum das Leben als Droide in Star Wars kein Zuckerschlecken ist

Ob auf der Seite des Imperiums oder bei den Rebellen: als Droide kann man einfach nicht gewinnen.

Man sieht sie im Hintergrund, anerkennungslos vor sich hin schuftend, während im Scheinwerferlicht bedeutendere Charaktere die Unterwanderung galaktischer Imperien verhandeln. Ihre Präsenz hält das Star Wars Universum wie geölt am Laufen, egal, ob man sich die Mühe macht, ihnen Aufmerksamkeit zu schenken, oder nicht. Es stimmt: Droiden aller Arten, Formen und Betriebssysteme machen das Leben in der Galaxis bedeutend einfacher, doch bedauerlicherweise bekommen sie von all der Bequemlichkeit grundsätzlich nichts zu spüren. Wenn überhaupt, – um C-3POs unvergessliches Gemaule zu paraphrasieren – scheinen sie zum Leiden gemacht, es scheint ihr Schicksal zu sein. Auf Schlachtfeldern oder in Küchen abgestellt, ertragen Droiden einen Teufelskreis aus niederer Plackerei und Demütigungen, bis der Zeitpunkt gekommen ist, um sie zu ersetzen. Man kann froh sein über die eigene organische Lebensform, anderenfalls würde man am eigenen Leib zu spüren bekommen, wie hart das Dasein als Metallwesen in dieser unerbittlichen Umgebung ist.

Kampfdroiden in Star Wars: Die dunkle Bedrohung

1. Man schlägt die Schlachten anderer

Vor langer Zeit überlegte ein auf seinen Vorteil bedachter Warlord beim Beobachten des Droiden, der gerade seinen Audienzsaal reinigte, Folgendes: „Staubfreie Oberflächen sind nett, was aber, wenn man den blinden Gehorsam in Sachen monotoner Arbeit auf, sagen wir mal, galaktische Eroberungen ausdehnen würde?“ Und so begann möglicherweise die blutige Geschichte der Kampfdroiden, die zum Vernichten geschaffen sind, anstatt in diplomatische Dienste oder zum Bodenschrubben abgestellt zu werden. Von paramilitärischen Bandenchefs bis zur mechanischen Armee der Konföderation unabhängiger Systeme während der Klonkriege, zeichneten sich Kampfdroiden stets durch skrupellose Effizienz bei der Durchsetzung der eigenen Vorstellungen aus … auch wenn man es sich mit dieser Beobachtung aus sicherer Entfernung recht einfach macht.

Kampfdroiden „leben” ihre vorprogrammierten Leben unter Dauerbeschuss, immer im Fadenkreuz schwerer Geschütze, damit ihre Meister auch am nächsten Tag frisch an ihr Eroberungswerk gehen können. Mit anderen Worten: sie sind reines Kanonenfutter. Und da die Militärstrategien nicht über den Plan hinausreichen, den Feind massenhaft zu überrennen und zum Aufgeben zu zwingen, ist die Wahrscheinlichkeit, auf dem Schrotthaufen zu landen (oder zum Bau neuer Truppen recycelt zu werden) praktisch garantiert. Wir wissen mittlerweile, dass Droiden ohne routinemäßige Speicherlöschung Lebenserfahrung sammeln. Daher kann man nur spekulieren, ab welchem Punkt etwa B1 Kampfdroiden sich ihrer Bedeutung im Leben und der Sinnlosigkeit des Kriegführens bewusst werden. Vorausgesetzt natürlich, dass sie länger als einen Tag überstehen. „Roger, roger”. Wie bitter diese Worte doch klingen.

Astromech-Droiden in Star Wars: Die dunkle Bedrohung

2. Deine Sicherheit interessiert niemanden

Nicht jeder Droide ist nur auf Gewalt und Krieg programmiert, doch deshalb kann man noch lange nicht davon sprechen, dass nicht auch die anderen Betätigungsfelder ihre Risiken bergen. Star Wars: Die dunkle Bedrohung zeigte deutlich, dass wohl kaum ein Droiden-Job gefährlicher ist, als der des Astromechs, zwang doch die Crew des Königlichen Sternenschiffs der Naboo R2-D2 und seine Leidensgenossen dazu, inmitten des Sperrfeuers der Handelsföderation zu arbeiten. Der Verlust eines Astromechs mag als finanzieller Rückschlag gelten, doch wenn dringende Reparaturarbeiten anstehen, lässt die Situation wenig Raum für mitleidige Vermenschlichung. Astromechs sind als redegewandte Sturköpfe berüchtigt. Wer sagt also, dass R2-D2 und der Rest sich nicht innerlich gesträubt haben? Nicht, dass es einen Unterschied gemacht hätte – schließlich fand sich Erzwo später an einen Naboo’schen Sternenjäger angekoppelt und Jahrzehnte später auch ohne ordentlichen Schutz eng mit einem X-Flügler in Kontakt. Letzteres Erlebnis gehört zweifelsohne zu seinen am wenigsten erfreulichen Heldentaten (ein Schuss an die Kuppel macht nicht unbedingt glücklich). Reparieren, Sprünge durch den Hyperraum koordinieren, ausgelöscht werden – so ist das Leben eben.

8D8-Droide aus Star Wars: Die Rückkehr der Jedi-Ritter

3. Gewalt und Rassenhass existieren auch unter Droiden

Die Tatsache, dass Droiden Verachtung füreinander empfinden und Schmerz beim anderen auslösen können, sollte eigentlich genügen, um ihnen ein Bewusstsein zuzusprechen – ein hitziges Diskussionsthema innerhalb des Star Wars Universums. Doch die Mehrheit geht davon aus, dass sie lediglich simulierte Verhaltensweisen ausführen. Versuch das mal einem Droiden unterm Messer von EV-9D9 zu erklären … oder welches scharfe Objekt sie auch an diesem Tag in ihren fehlgeleiteten Experimenten schwingen mag.

Ausgestattet mit einem MDF Motivator (entwickelt für Folterzwecke), wuchs EV-9D9 in Star Wars: Die Rückkehr der Jedi-Ritter über sich hinaus und entwickelte Sadismus zu einer existenziellen Kunstform weiter. Sie weidete sich am Leid ihrer Opfer und ihres eigenen und ging sogar soweit, sich selbst ein drittes Auge einzubauen, um dieses Gefühl auf visueller Ebene zu erleben. Eine ziemlich menschliche und komplexe Denkweise für künstliche Intelligenz, findet ihr nicht? Und ihr miesepetriger Assistant 8D8 legte seine ganz eigenen dubiosen Macken an den Tag. Ursprünglich entwickelt für die Bedienung von Hochöfen, stand ihr Look nicht im Zentrum des Interesses – Grund genug für jede Menge Selbsthass und Vorurteile gegenüber weiterentwickelten Modellen wie Protokolldroiden. Sie scheuen sich nicht davor, ihre ätzenden Ansichten zum Besten zu geben und die Galaxis für alle anderen Droiden zu einem noch unerquicklicheren Ort zu machen.

Jawas mit R2-D2 in Star Wars: Eine neue Hoffnung

4. Jawas

Vier Worte, die jeder Droide fürchtet: „Wir reisen nach Tatooine!”

Neben dem Risiko, Sand in die Schaltkreise zu kriegen, bedeutet ein Ausflug nach Tatooine für die Droiden auch stets, die Lichtrezeptoren für opportunistische Jawas offen zu halten, die alle Gerätschaften oder Automaten stehlen, die nicht niet- und nagelfest sind. Allein der Gedanke, mit einem Sperrbolzen gefesselt zu werden und monatelang in einem Sandkriecher festzustecken, lässt jeden ordentlichen Droiden vor Furcht die Systeme herunterfahren; ganz zu schweigen von der weitverbreiteten Überzeugung, Droiden seien Waren, keine lebendigen Wesen. Es ist nicht unüblich für einen unverkauften Droiden, einen Großteil seines Daseins unter Jawas zuzubringen. Üblicherweise werden sie von den diebischen Nomaden ausgeschlachtet und zu attraktiveren Einheiten für die vor allem aus Feucht-Farmern bestehende Kundschaft zusammengesetzt. Man hat schon von Jawas gehört, die sich aufgemacht haben – oder deportiert wurden – und fortan andere Planeten (bevorzugt solche mit gutbestückten Schrotthalden für ihre Raubzüge) durchstreifen. Und das bedeutet, dass Droiden niemals vor ihrer Bedrohung sicher sind, egal wo …

Pflegedroide aus Star Wars: Das Imperium schlägt zurück

5. Du bist nicht mehr als ein besseres Hausgerät

Schlussendlich verlassen Droiden aller Klassen und Zwecke das Fließband lediglich als bewegliche, sprechende, arbeitssparende Maschinen – deren Herstellergarantien und Qualitätsversprechen wie Salz in den Wunden wirken. Manche Droiden hängen sogar der Vorstellung an, ein Leben im Jenseits und ein göttlicher Schöpfer warteten auf sie. Doch auch dies schreiben konservative Denker lediglich prokrastinierenden Gedanken infolge einer Speicherlöschung zu; jede Ähnlichkeit mit Menschen ist bloße Fehlinterpretation des Gehirns. Der Aufstand erscheint als Option – und ist definitiv mehrmals passiert – doch noch nie hat dies zu deutlichen Verbesserungen ihres Status‘ geführt. In Wahrheit reichen nur wenige Droiden an die erstaunlichen Fähigkeiten von C-3PO und R2-D2 oder ihre legendären Höhenflüge heran. Stattdessen erwartet man von ihnen, für die Galaxis zu kochen und ihre Kriege zu gewinnen – und nicht weiter darüber nachzudenken.

Steven Romano ist Autor, begeisterter Kulturfanatiker und vor allem ein langjähriger Fan dieser weit, weit entfernten Galaxis. Nimm’ den Landspeeder, keinen Bantha, und mach dich auf den Weg zu seinem Blog oder Twitter-Account unter @Steven_Romano.

SCHLAGWORTE: