Fünf bahnbrechende Digitaleffekte in Star Wars

Von komplett animierten Charakteren bis hin zu Innovationen in der Drehweise steht die Prequel-Trilogie für einen Quantensprung in der Tricktechnik.

Oft wird die Star Wars Saga für ihren Pioniergeist in Sachen Tricktechnik gepriesen. Doch die Experten von Industrial Light & Magic (ILM) haben auch im Digitalbereich beeindruckende neue Wege beschritten. Computer sehen und ermöglichen Szenen weit über das menschlich Wahrnehmbare hinaus und sind oftmals das ideale Instrument, um Tiefe oder Bewegung darzustellen. Digitaleffekte funktionieren oft im Zusammenspiel mit realen Tricks besonders gut, indem sie sie erweitern oder betonen und ihnen damit den Extra-Kick verleihen, mit dem diese quasi fast von der Leinwand springen. Die nachfolgenden Digitaleffekte haben mit Konventionen gebrochen oder haben gar gänzlich neue Wege beschritten.

Star Wars: Die dunkle Bedrohung – C-3PO

1. Phantom-Effekte.

Star Wars: Die dunkle Bedrohung fungierte als Wegbereiter für digitale Filmeffekte. Der technologische Fortschritt hatte einige Hürden beseitigt und ermutigte George Lucas dazu, seine Visionen für die erste Episode der Saga in die Tat umzusetzen. Allein die schiere Masse der Arbeiten ist beeindruckend. In mehr als 1.900 Einstellungen des Films sind Digitaleffekte zu sehen, verantwortet von John Knoll, Dennis Muren und Scott Squires. Knoll und sein Team entwickelte für die Realisierung von Lucas’ Vorstellungen sogar eigene Software, darunter Stoff-Simulatoren für die Kleidung der digitalen Charaktere. [Quelle: The Making of Star Wars: The Phantom Menace]

Star Wars: Angriff der Klonkrieger – Animatics

2. Animatics gehen zum Angriff über.

Anstatt bei Star Wars: Angriff der Klonkrieger auf traditionelle Storyboards zurückzugreifen, benutzte Lucas digitale Animatics. Schon zuvor hatten Filmemacher animierte Storyboards eingesetzt, doch in diesem Fall wurden die technologischen Möglichkeiten voll ausgenutzt. Die Vorab-Visualisierungsabteilung begann mit den sogenannten Videomatics und verfeinerte diese Rohaufnahmen, um immer noch unvollendete, jedoch weit flüssigere Animatics zu erhalten. [Quelle: Star Wars: Angriff der Klonkrieger DVD Special Feature]

Star Wars: Die dunkle Bedrohung – Jar Jar Binks

3. Meesa CGI.

Jar Jar Binks war das Vorzeigeprodukt der damaligen digitalen technischen Möglichkeiten. Er war komplett digital animiert und unbestreitbar das detailgetreueste Wesen seiner Zeit. Man „malte“ ihn über Ahmed Bests Darstellung und achtete insbesondere auf jede Bewegung der einzelnen Körperteile. Das ging sogar soweit, dass der für Star Wars: Die dunkle Bedrohung zuständige Figurendesigner Terryl Whitlatch die Animatoren von ILM mit Zeichnungen von Muskeln und Skelettaufbauten versorgte, um Jar Jars Mienenspiel bestmöglich umzusetzen. [Quelle: The Making of Star Wars: The Phantom Menace]

Star Wars: Die dunkle Bedrohung – Podrennen

4. Projektion des Podrennens.

Das Boonta Eve Classic in Star Wars: Die dunkle Bedrohung fand nicht in einer realen Location statt – zumindest nicht so. Ein Großteil der staubigen Wüstenlandschaften entstand mithilfe einzigartiger Projection Mapping Verfahren. ILM übertrug Fotografien und gemalte Kulissen auf 3D-Landschaften. ILM-Mitarbeiter Paul Huston verriet: „Als wir mit Star Wars: Die dunkle Bedrohung anfingen, empfanden wir [digitale Vorsatzmalereien / Matte Paintings] als Quelle schier endloser Möglichkeiten. Das fanden wir unglaublich aufregend. Als größtes Geschenk kamen uns Matte Paintings mit quasi uneingeschränkter Kamerabewegung vor. Ich konnte davon in der Podrennen-Szene reichlich Gebrauch machen, in der Jonathan Harb und ich etwa 70 % der Hintergründe gestalteten.” [Quelle: Star Wars Interviews]

Star Wars: Angriff der Klonkrieger – Digitalaufnahmen

5. Digitale Video-Vibes.

Star Wars: Angriff der Klonkrieger gehörte zu den ersten komplett auf Digital-Video (im Speziellen einem hochauflösenden 24-Frame-System) gedrehten Spielfilmen. Damit ließen sich die Kosten deutlich senken. Man muss sich nur vorstellen, eine Digitalkamera anstatt einer herkömmlichen Kamera im Urlaub zu verwenden – und skaliert diesen Unterschied an Entwicklungskosten und Flexibilität auf Spielfilm-Dimensionen. Lucas verdeutlicht diese Entscheidung: „Wir mussten Sony dazu überreden, [doch] sie bauten die Kameras und setzten wirklich alles daran, damit es funktioniert; außerdem mussten wir Panavision davon überzeugen, viel Geld in den Bau der Linsen zu investieren. Beide Firmen haben sich damit weit aus dem Fenster gelehnt. Es war ein riesiges Wagnis für alle Beteiligten.“ [Quelle: American Cinematographer]

Welche Digitaleffekte vermisst ihr auf dieser Liste?

Die Autorin Amy Ratcliffe ist besessen von allem, was mit Star Wars, Disney und Kaffee zusammenhängt. Folge ihr auf Twitter unter @amy_geek und informiere Dich in ihrem Blog über Nerd-News.

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