Carrie Fisher, unsere Prinzessin, ist verstorben

WIR GEDENKEN DER IKONISCHEN SCHAUSPIELERIN UND AUTORIN.

Ob mit einem Lächeln, im Umgang mit einem Blaster oder einem Stift: Carrie Fisher war pure Magie. Sie war eine begabte Schauspielerin und eine talentierte Autorin. Sie war ein Original. Für Lucasfilm wird sie immer zur Familie gehören. Unsere Prinzessin, unser General. Wir sind untröstlich, dass sie uns verlassen hat.

Gerade einmal 19, als sie als Prinzessin Leia Organa in George Lucas’ Star Wars: Eine neue Hoffnung (1977) besetzt wurde, verkörperte Fisher, die Tochter des Sängers Eddie Fisher und der Schauspielerin Debbie Reynolds, ihre Rolle mit rebellischem Selbstbewusstsein und herrschaftlicher Aura. Fishers Leia war die geborene Anführerin, sie war schnell mit dem Blaster zur Hand und übernahm das Kommando, während die Jungs sich noch stritten. Nicht viele Darsteller können die Leinwand – und die spitzen Kommentare – im einen Moment mit Darth Vader teilen, im nächsten mit Han Solo. Carrie konnte es und erschuf eine Ikone, die noch 40 Jahre später Frauen wie Männer inspiriert. Heute wird der Ausdruck „starke Frauenfigur“ fast inflationär gebraucht, doch Carrie lieferte die Vorlage ab.

Carrie kehrte für Star Wars: Das Imperium schlägt zurück (1980) als Leia zurück und bescherte uns reihenweise unvergessliche Szenen, insbesondere an der Seite von Harrison Ford. Zu den Höhepunkten zählt zweifellos Carries „Sie aufgeblasener, schwachsinniger, mieser, widerwärtiger Wookieetreiber!“ – eine brillante und witzige Art, Han Solo auf den Arm zu nehmen, die heutzutage zum popkulturellen Erbe gehört. Natürlich ist da auch ihr herzzerreißender Klassiker „Ich liebe Dich“ für Han, der darauf mit „Ich weiß“ antwortete, bevor man ihn in Karbon einfror. Viele betrachten diese Szene als eine der besten der ganzen Star Wars Saga. 1983 beschloss Carrie schließlich die Original-Trilogie mit ihren Co-Stars und Freunden Harrison Ford und Mark Hamill in Star Wars: Die Rückkehr der Jedi-Ritter. Im Film trug sie als Gefangene von Jabba dem Hutten ihren mittlerweile berüchtigten Metall-Bikini und zementierte ihren Status als klassische Filmheldin weiter, indem sie Jabba mit ihren eigenen Ketten erwürgte und den finalen Rebellenangriff auf Endor anführte.

„Carrie und ich waren den Großteil unseres Erwachsenenlebens befreundet“, sagte George Lucas. „Sie war extrem schlau und eine begabte Schauspielerin, Autorin und Komödiantin mit einer schillernden Persönlichkeit, die jeder mochte. In Star Wars war sie unsere grandiose, mächtige Prinzessin – kratzbürstig, weise und voller Hoffnung in einer Rolle, die weit schwieriger war, als die meisten Leute denken. Mein Herz und meine Gebete sind mit Billie, Debbie und allen Familienmitgliedern, Freunden und Fans von Carrie. Wir alle werden sie sehr vermissen.”

„Carrie nimmt in den Herzen von uns allen bei Lucasfilm solch einen besonderen Platz ein, dass es schwerfällt, sich eine Welt ohne sie vorzustellen“, betont Lucasfilm President Kathleen Kennedy. „Die Welt kannte sie als Prinzessin Leia, doch für uns war sie eine ganz spezielle Freundin. Sie besaß ein unverwüstliches Durchhaltevermögen, unglaublichen Humor und ein großes Herz. Carrie definierte außerdem vor mehr als einer Generation, wie eine weibliche Heldin zu sein hatte. Ihre wegweisende Rolle als Prinzessin Leia bot für junge Mädchen auf der ganzen Welt ein Vorbild in Sachen Stärke und Selbstbewusstsein. Wir werden sie schmerzlich vermissen.”

Jenseits von Star Wars überzeugte Carrie mit unvergesslichen Auftritten in Blues Brothers (1980), Woody Allens Hannah und ihre Schwestern (1985), Harry und Sally (1989) und vielen mehr.

Doch ihre Begabung beschränkte sich nicht auf die Leinwand. In den 1980er Jahren startete Carrie eine neue Phase ihrer Karriere als Drehbuchautorin und Schriftstellerin. Der semi-autobiografische Roman Postcards from the Edge (1987) wurde später mit Meryl Streep in der Hauptrolle verfilmt; ihre One-Woman Show und das gleichnamige Buch Wishful Drinking (2008) begeisterten die Kritiker – beide behandelten Carries Kampf gegen Depressionen und Sucht. Sie litt unter einer bipolaren Störung und entwickelte sich zu einer mutigen Fürsprecherin psychisch Erkrankter. „Ich habe meine Probleme überstanden“, sagte sie einst. „Ich bin psychisch krank. Ich kann das sagen. Dafür schäme ich mich nicht. Ich habe es überlebt und überlebe noch immer. Ich schaffe das. Besser ich als ihr da draußen!“ Carrie arbeitete zudem als Script Doktor (oft unerwähnt) und veröffentlichte erst Anfang des Jahres ihre neuen Memoiren The Princess Diarist, erneut voller Witz und Ehrlichkeit.

„Es ist nie einfach, solch ein vitales, unersetzliches Familienmitglied zu verlieren, aber das bricht mir geradezu das Herz“, sagte Mark Hamill. „Carrie war einzigartig und hat zu uns allen dazugehört – ob sie wollte oder nicht. Sie war verdammt nochmal UNSERE Prinzessin und die Schauspielerin, die sie verkörpert hatte, wuchs über die Jahre zu einer hinreißenden, leidenschaftlich unabhängigen und wild-witzigen Frau heran, die das Heft in die Hand nahm und uns damit den Atem raubte. Sie war entschlossen und zäh, aber dennoch voller Verletzlichkeit, für die man sie gern haben musste und weswegen man ihr stets Erfolg und Glück wünschte. Sie hat in meinem privaten wie beruflichen Leben eine Schlüsselrolle gespielt und beides wäre ohne sie deutlich leerer gewesen. Ich bin dankbar für das Lachen, die Weisheit, die Großherzigkeit und selbst für den unbeherrschten Mist, mit dem mich meine geliebte Weltraum-Zwillingsschwester über die Jahre beschenkte. Danke, Carrie. Ich liebe dich.”

Bob Iger, Chairman und CEO von The Walt Disney Company, sagte: „Carrie Fisher war einzigartig, eine echte Persönlichkeit, die ihr Talent und ihre Wahrheiten mit uns auf unverwechselbar witzige und respektlose Art teilte. Millionen haben sich in sie als unbezähmbare Prinzessin Leia verliebt, sie wird in den Herzen der Star Wars Fans immer einen besonderen Platz einnehmen, ebenso wie für alle jene, die das Glück hatten, sie persönlich zu kennen. Sie wird schwer vermisst werden und wir schließen uns den Millionen Fans und Freunden weltweit an, die ihren Weggang heute betrauern.”

Als die Arbeit an der neuen Star Wars Trilogie angekündigt wurde, war Carrie nur zu gern bereit, wieder in ihre Rolle als Leia zu schlüpfen. Und die Fans freuten sich unbändig auf ihre Wiederkehr. Nicht nur, weil sie Leia wiederhaben wollten, sondern sie wollten Carrie. Ohne sie gibt es keine Leia, und Star Wars ist ohne sie nicht dasselbe.

Da ist es nur passend, dass Carrie der letzte Satz aus Star Wars – Das Erwachen der Macht gebührt: „Möge die Macht mit euch sein.”

Wir lieben dich, Carrie.

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