6 Bizarre Fakten von den Star Wars Dreharbeiten

Ist das tatsächlich E.T., den wir in Star Wars: Die Rückkehr der Jedi-Ritter hören können? Wir verraten einige höchst verwunderliche Fakten über das Making-of der Originaltrilogie!

Manche Dinge machen noch mehr Spaß als die eigentlichen Star Wars Filme – das stimmt natürlich nicht, NICHTS ist toller! Wir versuchen hier nur unseren Punkt herüberzubringen… Es ist dennoch immer wieder grandios, eine faszinierende Anekdote oder einen Informationsschnipsel über die Dreharbeiten zu entdecken, die das Gesamtbild ein wenig vervollständigen. Die allerbesten obskuren Fakten sind die seltsamen, die es nie in die Blu-ray Extras schaffen und höchstens mal in einem Buch oder als Internet-Fund erwähnt werden. Genau in diese Kategorie gehört die Frage: Was haben E.T. – Der Außerirdische und Star Wars: Die Rückkehr der Jedi-Ritter gemeinsam? Oder: Wie hat es Stanley Kubrick beinahe geschafft, Star Wars: Das Imperium schlägt zurück zu ruinieren? (Ganz unter uns: es war nicht seine Schuld.) Lest weiter und ihr erfahrt die Antworten und vieles mehr in unseren sechs bizarren Fakten von den Star Wars Dreharbeiten!

1. Yoda der Vampirjäger?

Nicht ganz, dennoch sind wir felsenfest überzeugt, dass Yoda sich prima gegen einen Haufen blutsaugender Untoter behaupten könnte. Dennoch hatte sich Lucas ursprünglich für Star Wars: Das Imperium schlägt zurück einen Namen vorgestellt, der sich deutlich von dem Jedi-Meister unterscheidet, den wir kennen und lieben gelernt haben: Jahrtausende alt und von seinen Freunden liebevoll… Buffy genannt! Stellt euch nur vor er hätte das durchgezogen! „Weird“ Al Yankovic hätte sich die Locken gerauft, um einen sinnvollen Reim auf Buffy zu finden, wir hätten den Namen nie mit einer Vampir-jagenden Cheerleaderin assoziiert und… naja, ihr könnt es euch vorstellen! Glücklicherweise, wie uns J.W. Rinzlers’ Buch The Making of The Empire Strikes Back verrät, änderte man schon im ersten Entwurf des Drehbuchautors den Namen auf „Minch Yoda“. Später kam noch die Abkürzung Yoda dazu… und noch heute blubbert sein Zuhause im Sumpf wie eine gigantische Limonade.

2. Boushh nach Hause telefonieren

Habt ihr euch je die Szene mit Boushh aus Star Wars: Die Rückkehr der Jedi-Ritter im Original angeschaut und gedacht ‚Mensch, woher kenne ich dieses krächzende Organ nur?‘. Meine kettenrauchende Oma? (Reißt euch zusammen, ihre Stimme klingt glockenrein!) E.T.? Bingo, Volltreffer! Beide Figuren wurden im Original von Pat Welsh gesprochen, die Star Wars und Indiana Jones Sounddesigner Ben Burtt in einem Fotoladen (!) entdeckt hatte – ein Wink des Schicksals. In einer Folge der 1980er-Dokuserie „Screen, Stage and Television“ sagte Burtt einmal, dass ihre von Natur aus raue Stimme genau den übernatürlichen Klang hatte, den er für die Soundeffekte von E.T. – Der Außerirdische gesucht hatte. George Lucas verpflichtete Welsh wenig später für die Synchronisation des geheimnisvollen, jedoch weit weniger knuddeligen Kopfgeldjägers Boushh.

3. George Lucas & Ralph Bakshi: Best Friends Forever!

Was Walt Disney für die Mainstream-Popkultur war, bedeutete der Zeichner Ralph Bakshi für das Indie-Kino der 1970er und 1980er Jahre, in denen er den harten Absturz der amerikanischen Gesellschaft vom Höhenflug der Love Generation meisterhaft porträtierte. 1975 wich Bakshi von seinen gewohnten kreativen Pfaden ab – ein junger Städter auf der Suche nach dem Sinn des Lebens – und bot 20th Century Fox den Stoff Wizards an: eine Allegorie im post-apokalyptischen Setting, dessen Erde von Elfen, Feen und anderen magischen Geschöpfen bewohnt wird. Er ahnte nicht, dass ganz in der Nähe ein anderes Fantasy-Epos in der Mache war – Star Wars!

Lucas‘ konkurrierende Produktion seiner majestätischen Weltraumoper hatte jedoch Auswirkungen auf den Fortschritt von Wizards. Im Booklet der Jubiläums-Blu-ray zum 35. Geburtstag des Filmes wird erwähnt, dass Mark Hamill Bakshi vom Studio empfohlen wurde und dort den unschuldigen – vom Unglück verfolgten – Feenmann Sean synchronisierte (eine seiner frühesten Animationsrollen). Als der damalige Fox-Präsident Alan Ladd Jr. sich jedoch weigerte, noch mehr Geld in Star Wars und Wizards zu stecken, überredete Lucas Bakshi dazu, die Vertragsklauseln seines Produzentenerlöses zu ändern, um Vorschüsse rückwirkend auszugleichen. Dieses Pokerspiel ging gut aus, da sich beide Filme zu Hits entwickelten. Doch die unerwartete Beliebtheit von Star Wars führte unbeabsichtigt dazu, dass Wizards vom Spielplan genommen wurde, um Star Wars zusätzliche Vorführzeiten zu verschaffen.

4. „Nutze das Shining, Luke!”

Was um Himmels Willen könnten Star Wars: Das Imperium schlägt zurück und Shining – zwei gegensätzliche Produktionen, die den Filmsommer 1980 dominierten – gemeinsam haben? Beide wurden Tür an Tür in den Londoner Elstree Studios produziert. Wäre Lucas jedoch damals so schlau gewesen wie heute, hätte er es sich zweimal überlegt, so nah an Stanley Kubrick zu drehen. Ein Feuer verursachte im Studio 3, wo Shining entstand, massive Schäden an den Kulissen. Frustrierenderweise musste Lucasfilm einen Teil seiner eigenen Produktionsflächen abtreten, damit Kubrick seine Filmarbeiten beenden konnte, so dass beinahe auch der Dreh von Star Wars: Das Imperium schlägt zurück auf der Kippe gestanden hätte. Die gruselige Nebenstory in diesem Zusammenhang: Vor diesem Zwischenfall wären Lucas und seine Crew beinahe wegen eines Schneesturms in ihrem norwegischen Hotel eingeschlossen worden… Was lernt man daraus: Arbeit allein macht nicht glücklich.

5. Galaktisches Affentheater

Und noch ein weiteres Yoda-Schmankerl aus J.W. Rinzlers’ Buch The Making of The Empire Strikes Back möchten wir euch nicht vorenthalten: Ursprünglich sollte die Figur von einem kostümierten und trainierten Affen dargestellt werden, der am Gehstock laufen sollte. Die Idee kam jedoch nie ins Rollen, denn ein Crewmitglied, das schon am legendären Affen-Intro von 2001: Odyssee im Weltraum mitgearbeitet hatte, berichtete, dass Affen die Mühe nicht wert seien. Nicht, dass irgendjemand seine schlauen Bemerkungen gebraucht hätte: die Erinnerung an die Mühsal, einen Elefanten für den ersten Film in ein Bantha-Kostüm zu pferchen, steckte wahrscheinlich allen noch in den Knochen.

6. Die ungesunde Wahrheit hinter Chewbaccas Stimme

Lucas kannte seine Prioritäten bei der Produktion von Star Wars — und ganz oben auf der Liste des für die Alien-Stimmen zuständigen Sounddesigners Ben Burtt stand Chewbacca. Die Herausforderung, erinnerte sich Burtt in einem kurzen Interviewfilm, bestand darin, ein animalisch, jedoch intelligent klingendes Sprachmuster zu entwickeln. Auf Lucas‘ Anregung begann er mit der Aufnahme von Bärenstimmen, erweiterte jedoch schnell das Spektrum auf andere Geräusche, darunter Walrosse, Dachse und… kranke Tiere. Richtig, das schmerzhafte Gehäul, Bellen und Jaulen leidender Tiere bildet die Basis von Chewbaccas einzigartiger Sprache – die ab heute in unseren Ohren einen geisterhaften Nachhall bekommt.

Steven Romano ist ein Autor, begeisterter Kulturfanatiker und vor allem ein langjähriger Fan dieser weit, weit entfernten Galaxis. Nimm’ den Landspeeder, keinen Bantha, und mach Dich auf den Weg zu seinem Blog oder Twitter-Account unter @Steven_Romano.

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